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Kreuzschmerzen

Übungen entzücken den Rücken

Rückenschmerzen sind eine Art Volkskrankheit: Acht von zehn Bundesbürger plagen sich damit herum - auch immer öfter Kinder. Dabei sollte die Prävention bereits im Grundschulalter beginnen, heißt es zum Tag der Rückengesundheit.

Von Dr. Christine Starostzik Veröffentlicht:
Kinder sollen den Bewegungsspielraum ihrer Wirbelsäule kennen lernen und sich mit täglichen Übungen fit halten.

Kinder sollen den Bewegungsspielraum ihrer Wirbelsäule kennen lernen und sich mit täglichen Übungen fit halten.

© hightowernrw / shutterstock.com

NEU-ISENBURG. Rund 80 Prozent der Deutschen haben Rückenschmerzen. Ausgangspunkte sind oft eine schlaffe Muskulatur bei Bewegungsmangel sowie psychische Belastungen.

Beginnt dann der Rücken zu schmerzen, schonen sich die meisten noch mehr - und der Teufelskreis nimmt seinen Lauf.

Doch nicht nur Erwachsene, auch immer mehr Kinder und Jugendliche klagen unter Rückenbeschwerden. Einer Studie der Kaufmännischen Krankenkasse aus dem Jahr 2008 zufolge haben bereits 28 Prozent der 7- bis 9-Jährigen Haltungsschäden.

Als besonders dramatisch bewerten die Kinderärzte den Anteil von 73 Prozent bei den 10- bis 16-Jährigen.

Gewicht des Schulranzens beachten

Mangelnde Bewegung und psychischer Druck sorgen auch schon in jungen Jahren für eine verspannte Rückenmuskulatur. Hinzu kommt, dass zwei von drei Kindern zu schwer an ihrem Ranzen schleppen.

Als Faustregel gilt: Das Gewicht des gefüllten Schulranzens sollte zehn Prozent des Körpergewichts nicht überschreiten.

Dies sollten Eltern und Lehrer überwachen, indem sie regelmäßig den Inhalt des Ranzens überprüfen und nach Möglichkeiten suchen, das ewige Hin- und Hertragen besonders schwerer Dinge zu reduzieren.

Im Rahmen ihrer Präventionskampage "Denk an mich. Dein Rücken" weist die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung zudem darauf hin, dass nicht einmal jedes fünfte Grundschulkind an einem ergonomischen Schülerarbeitsplatz sitzt, der an seine Körpergröße angepasst ist.

Bewegungsübungen in den Alltag

Kinder und Jugendliche sollen sich am besten täglich bewegen. Doch der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey 2007 (KiGGS) machte deutlich, dass jedes vierte Kind zwischen 3 und 10 Jahren nicht regelmäßig und jedes achte Kind nie sportlich aktiv ist.

Um alle Kinder mit Präventionsmaßnahmen für einen gesunden Rücken zu erreichen, ist es wichtig, Bewegungsübungen in den Alltag einzubauen.

Damit Muskeln und Gelenke während eines langen Schultags entlastet werden, sind Unterbrechungen der einseitigen Sitzhaltung erforderlich. Seit einigen Jahren sind Bemühungen im Gang, Schüler zu mehr Aktivität in der Schulzeit zu motivieren.

Täglich zwei Übungen - der Rücken dankt es

Eines der vielen Konzepte ist die "Aktion Rückenwirbel", die es sich zum Ziel gesetzt hat, Grundschülern die Rückenprävention so nahezubringen wie das Zähneputzen.

Die Kinder erlernen vier einfache Übungen, die den Grundbewegungen der Wirbelsäule entsprechen und die sie täglich in wenigen Minuten durchführen können.

Bei der Vorstellung etwa, dass auf dem Kopf eine schwere Krone sitzt, streckt sich der Rücken, wer gedanklich eine Medaille um den Hals gehängt bekommt, muss sich nach vorne und hinten beugen, eine Palme wiegt sich nach links und rechts, und wer sich in seiner Vorstellung in eine Schraube verwandelt, dreht den Oberkörper zu beiden Seiten.

Die Übungen basieren auf dem moving-Konzept. Dieses Konzept hat seine Wirksamkeit in einer Studie mit Erwachsenen der Universität Mainz kürzlich unter Beweis gestellt.

Bei jedem dritten Teilnehmer besserte sich durch zweimal tägliches Üben bereits nach vier Wochen der Rückenschmerz. Nach einem halben Jahr gaben 63 Prozent weniger Rückenbeschwerden an.

Das Ziel: Langfristig sollen bundesweit drei Millionen Grundschüler die vier Übungen erlernen.

Hier gibt es mehr Infos zum Tag der Rückengesundheit

Lesen Sie dazu auch: Rückenschmerzen: Auch psychosomatische Ursachen? Kampf dem Rückenschmerz: Ergonomische Arbeitsplätze als Ziel

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Kommentare
Dr. Walther J. Kirschner 15.03.201308:49 Uhr

Exercises - Rückenübungen, Prävention

Ein wiederkehrender Rückentag ist gut - jeder Tag als Rückentag wäre effektiver. Voraussetzung ist ausreichende Information und Aufklärung zur Notwendigkeit. Nationale Präventionsprogramme sind unabdingbar.

Die volswirtschaftlich signifikante Behandlungsbedürftigkeit ist ebenso zu bedenken, wie der Bedarf an Prävention. Besonders bedenklich, Kinder und Heranwachsende haben in beträchtlichem Anteil Rückenprobleme, manche entwickeln bereits frühzeitig srukturelle Schäden. Dies bei parallelen Gesundheitsproblemen wie Adipositas, Blutdruckproblemen, Diabetes mellitus, psychischen Auffälligkeiten.

Ohne systematische (nationale, medizinisch validierte) Programme sind zukünftig wachsende Gesundheitsstörungen und damit verbundene zunehmende volkswirtschaftliche Belastungen zu erwarten.

Dr. med. Walther Kirschner

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