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Knochenmetastasen

Ultraschall lindert Schmerzen

Für Patienten mit schmerzhaften Knochenmetastasen, bei denen eine Radiotherapie nicht wirksam oder nicht indiziert ist, gibt es mit dem MRT-gesteuerten fokussierten Ultraschall eine vielversprechende Alternative.

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Knochenmetastasen: Zerstört fokussierter Ultraschall die Knochenhaut und angrenzende Nerven?

Knochenmetastasen: Zerstört fokussierter Ultraschall die Knochenhaut und angrenzende Nerven?

© Springer Verlag GmbH

PHILADELPHIA. Beim MRT-gesteuerten fokussierten Ultraschall (MRgFUS) wird Gewebe mit Hilfe von gebündelten Ultraschallwellen auf Temperaturen zwischen 65 und 85 °C erhitzt und dadurch zerstört. Die MRT dient dabei dazu, das Zielgewebe festzulegen und die Erwärmung zu überwachen.

Bislang wird das Verfahren vor allem zur Verödung von Gebärmutter-Myomen eingesetzt. Offenbar eignet sich die Therapie aber auch zur Palliation von Patienten mit Knochenmetastasen. Entsprechende Hinweise aus Phase-I- und -II-Studien sind jetzt aktuell in einer Phase-III-Studie bestätigt worden (Journal of the National Cancer Institute 2014; online 23. April).

An der multizentrischen Studie waren 147 Patienten mit Knochenmetastasen beteiligt, die trotz Bestrahlung (wieder) Schmerzen hatten oder bei denen eine Bestrahlung nicht infrage kam.

Sie wurden nach dem Zufallsprinzip entweder der Behandlung mit fokussiertem Ultraschall (112 Patienten) oder einer Scheinbehandlung ohne Beschallung (35 Patienten) zugeteilt.

Zwei Beurteilungskriterien

Primärer Studienendpunkt war die Besserung der Schmerzen. Sie wurde beurteilt durch eine Kombination aus den Veränderungen im schlimmsten Schmerz-Score (auf einer Skala von 0 bis 10) und in der täglichen Einnahme von Morphin-Äquivalenten.

Als Responder galten Patienten, bei denen sich der höchste Schmerz-Score um mindestens zwei Punkte vermindert hatte, ohne dass der Verbrauch an Morphinäquivalenten um mehr als 25 Prozent angestiegen war.

Eine solche Verbesserung bestand drei Monate nach der Behandlung bei 64,3 Prozent der Patienten im MRgFUS-Arm, aber nur bei 20 Prozent der Placebopatienten.

23,2 Prozent der Patienten erreichten mit dem fokussierten UItraschall sogar vollständige Schmerzfreiheit (0 Punkte für den schlimmsten Schmerz), mit der Placebobehandlung waren es 5,7 Prozent.

Besserung bereits nach drei Tagen

Die therapiebedingte Besserung stellte sich bereits nach drei Tagen ein. Auch in den sekundären Endpunkten war der Ultraschall überlegen: Schmerz-Score sowie schmerzbedingte Funktionseinschränkungen verringerten sich stärker als mit der Scheinbehandlung.

Häufigste Nebenwirkung des fokussierten Ultraschalls waren bei knapp der Hälfte der Patienten (45,5 Prozent) Schmerzen während der Behandlung. Bei 2,7 Prozent der Patienten führten sie sogar zum Behandlungsabbruch. Als schwere unerwünschte Effekte wurden eine Verbrennung dritten Grades, zwei Frakturen und eine Neuropathie registriert.

Dennoch wird das Sicherheitsprofil der Therapie von den Studienautoren der Universität von Philadelphia als "günstig" beurteilt. In Anbetracht der Grunderkrankung der Patienten handele es sich um minderschwere Nebenwirkungen.

Aufgrund der schnellen und anhaltenden Wirksamkeit sehen die Autoren um Mark D. Hurwitz in MRgFUS eine "brauchbare" Therapieoption für Patienten mit schmerzhaften Knochenmetastasen, bei denen die Standardbehandlung versagt. Nun müsse untersucht werden, ob der fokussierte Ultraschall auch als Therapie der ersten Wahl geeignet sei.

Wie die Schmerzlinderung durch den MRT-gesteuerten fokussierten Ultraschall funktioniert, ist noch nicht genau verstanden. Untersuchungen deuten darauf hin, dass die gezielte Erhitzung die Knochenhaut und angrenzende Nerven zerstört.

Die häufig zu beobachtende Reduktion der darunterliegenden Tumormasse könnte sich ebenfalls günstig auswirken. (BS)

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