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Verbesserte Optionen zur Therapie bei Inkontinenz

BERLIN (dru). In Deutschland leiden nach Schätzungen vier Millionen Menschen - meist Frauen - an Harninkontinenz. Aber nur jede zweite Frau suche ärztliche Hilfe, schätzt Privatdozent Ralf Tunn, Leiter des Deutschen Beckenbodenzentrums im St. Hedwig-Krankenhaus Berlin. Dabei seien die Möglichkeiten gut, den betroffenen Frauen zu helfen.

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Darauf hat Tunn auf einer Veranstaltung der Unternehmen Lilly Deutschland und Boehringer Ingelheim hingewiesen. Je nach Schweregrad der Blasenschwäche gibt es verschiedene Therapieoptionen: Bei Frauen mit Östrogenmangel etwa können lokal applizierte Östrogene die Östrogen-Rezeptoren im Urethraepithel stimulieren. Dadurch erhöhen sich der Harnröhrentonus und die Dicke des urethralen Schleimhautepithels.

Adipösen Patientinnen könne geholfen werden, indem sie ihre Ernährungsgewohnheiten ändern. Eine weitere Option, speziell bei Belastungsinkontinenz, ist das Beckenbodentraining. Es stärkt die Muskulatur des Beckenbodens und wirkt so der Inkontinenz entgegen. Aber: Der Erfolg des Trainings hänge stark von der Motivation und Mitarbeit der Betroffenen und von einer fachkundigen Anleitung ab, so Tunn.

Mit dem Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Duloxetin (Yentreve®) gibt es seit September vergangenen Jahres eine weitere wirksame Behandlungsmöglichkeit bei Belastungsinkontinenz. Duloxetin erhöht den Tonus der Sphinktermuskulatur der Harnröhre und kann bei mittelschwerer bis schwerer Inkontinenz verwendet werden.

Die besten Ergebnisse ließen sich erzielen, so Tunn, wenn das Beckenbodentraining mit dem Wirkstoff kombiniert werde. Das belegt auch eine Studie mit 201 Frauen, die Placebo versus Duloxetin jeweils mit oder ohne Beckenbodentraining erhielten: In der Gruppe der Frauen, die mit Duloxetin behandelt wurden und zusätzlich trainierten, sank die Zahl der Inkontinenz-Episoden um 76 Prozent.

Wurde nur medikamentös behandelt, wurde die Zahl der Inkontinenz-Episoden um 61 Prozent reduziert. Mit Beckenbodentraining plus Placebo verringerten sich die Inkontinenz-Episoden um 47 Prozent und mit Placebo allein um 43 Prozent. Eine Op könne dadurch oft vermieden werden, meinte der Gynäkologe.

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