Schlaganfall

Verlauf früh vorhersagbar

Die Hirnaktivität bei Schlaganfall-Patienten ist je nach Verlauf in den ersten Tagen unterschiedlich.

Veröffentlicht:

FREIBURG. Welche Patienten nach einem Schlaganfall langfristig besonders viel Unterstützung benötigen, konnten Forscher des Universitätsklinikums Freiburg bereits in den ersten Tagen nach dem Schlaganfall ermitteln (Ann Neurol 2016; online 15. März).

Mit Hilfe bildgebender Verfahren untersuchten sie die Hirnaktivität bei 34 Patienten mit schwerem Schlaganfall in der rechten Hirnhälfte. Dabei zeigte sich: Je aktiver die Zellen im rechten Aufmerksamkeitszentrum des Gehirns waren, desto besser war auch die langfristige Gesamterholung, teilt das Uniklinikum Freiburg mit.

Zudem erholten sich Patienten besonders gut von einem Neglect, wenn in der linken Hirnhälfte das Areal besonders aktiv war, das rechts geschädigt wurde, heißt es weiter in der Mitteilung. Die Ergebnisse könnten zukünftig helfen, Patienten mit schlechter Heilungsprognose früh zu identifizieren und durch besonders intensive Rehabilitations-Maßnahmen zu unterstützen.

Die Forscher untersuchten Schlaganfall-Patienten mittels fMRT zwei bis drei Tage, acht bis zehn Tage und vier bis sechs Monate nach dem Schlaganfall. Überraschend war, dass sich eine hohe Aktivität der linken Hirnhälfte positiv auf die Erholung vom Neglect auswirkte. Bisher wurde vermutet, dass ein Ungleichgewicht in der Aktivität der Hirnhälften den Zustand der Patienten verschlechtert.

"Unsere Ergebnisse widerlegen die Hypothese der konkurrierenden Gehirnhälften als Ursache für das Auftreten von Neglect und sprechen eher für eine gegenseitige Unterstützung.

Insbesondere wenn die Hirnschäden sehr groß sind, ist eine frühere Verschaltung zwischen betroffener und gesunder Gehirnhälfte wichtig, damit sich der Patient bereits in den ersten Wochen nach dem Schlaganfall gut erholt", wird die Erstautorin der Publikation Dr. Roza Umarova zitiert.

Ob eine therapeutische Stimulation des Gehirns von außen bei der Rehabilitation förderlich sein kann und welches Hirnareal dafür infrage käme, sollen weitere Untersuchungen zeigen. (eb)

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