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Vermehrt Milzbrand-Infektionen in Peru und Indien

Veröffentlicht:

Tiere, Tierprodukte oder intravenöse Drogen sind potenzielle Infektionsquellen für Milzbrand.

Von Dr. Sandra Vergin und Professor Tomas Jelinek

NEU-ISENBURG. In Peru sind im September mehr als 50 Menschen an Milzbrand (Anthrax) erkrankt, darunter sechs Kinder. Im selben Monat wurden auch aus Indien mindestens sechs Verdachtsfälle gemeldet. In beiden Ländern kommt die Krankheit regelmäßig bei Rindern und Schafen vor, ebenso tritt sie unter Tierbeständen in Afrika, Zentralasien und in Teilen Europas auf.

Menschen können sich über Hautverletzungen (Hautmilzbrand), durch das Einatmen von Aerosolen mit Sporen (Lungenmilzbrand) oder durch den Verzehr von infektiösen Tierprodukten (Darmmilzbrand) mit dem Milzbrand-Erreger infizieren, ebenso durch eine Injektion kontaminierter Substanzen.

Zuletzt traten in Deutschland 2012 vier Fälle unter Heroinabhängigen auf, einer derBetroffenenverstarb. Auch aus anderen europäischen Ländern wurden Infektionen unter Heroinkonsumierenden gemeldet.

Verursacher von Milzbrand ist das Gram-positive Bakterium Bacillus anthracis. Im Wirtsorganismus liegt der Erreger in seiner vegetativen Form vor, bei Ausscheidung in die Umwelt bildet er hoch resistente Sporen, die jahrzehntelang überdauern und dabei ihre Infektiosität bewahren können. Die Sporen werden von pflanzenfressenden Tieren wieder aufgenommen und auf diese Weise die Erreger weiterverbreitet.

Die am häufigsten auftretende Form ist der Hautmilzbrand, bei dem an der Infektionsstelle zunächst eine schmerzlose Papel und später ein mit schwarzem Schorf bedecktes Geschwür entsteht.

Charakteristisch ist auch das Auftreten eines Ödems, zusätzlich kann es zu hohem Fieber, Benommenheit und Herz-Kreislauf-Problemen kommen.

Bei Hautmilzbrand hilft Antibiotika

Beim Lungenmilzbrand treten zunächst grippeähnliche Beschwerden auf, in der Folge können sich hohes Fieber, Atembeschwerden, eine Sepsis oder ein Herz-Kreislauf-Versagen entwickeln. Bei Darmmilzbrand gibt es im Anfangsstadium unspezifische Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Fieber.

Die Krankheit schreitet rasch fort, und es kommt zu blutiger Diarrhoe und einer Entzündung des Bauchfells. Beim Injektionsmilzbrand treten Entzündungen an Haut- und Weichteilen sowie Ödeme auf, in der Folge entwickelt sich eine nekrotisierende Fasziitis.

Bei frühzeitiger Antibiotika-Therapie bestehen insbesondere beim Hautmilzbrand gute Aussichten auf Heilung, während bei den anderen Formen auch unter Therapie die Sterblichkeit generell höher liegt.

Zum Schutz vor Milzbrand sollte ein Kontakt mit infizierten Tieren sowie der Verzehr von kontaminierten Tierprodukten vermieden werden. Tiermediziner, Beschäftigte in der Land- und Forstwirtschaft sowie tierische Rohstoffe Verarbeitende besitzen ein erhöhtes Infektionsrisiko.

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