Viel Folsäure, aber wenig Vitamin B12 riskant für's Gehirn

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BOSTON (nke). Die isolierte Zufuhr von Folsäure als Nahrungsergänzung ist problematisch. Bei Personen mit schlechter Vitamin-B12-Versorgung steigt dadurch das Risiko für kognitive Defizite und Anämie, wie eine Studie an der Tufts University in Boston in den USA ergeben hat.

Zur Prävention von Neuralrohrdefekten bei Neugeborenen werden in den USA und einigen anderen Ländern Getreideprodukte mit Folsäure angereichert. Diese Maßnahme ist jedoch umstritten. Neue Argumente für die Gegner einer Folsäureanreicherung liefern die Ergebnisse der Arbeitsgruppe von Dr. Jacob Selhub (Am J Clin Nutr 89 (suppl), 2009, 702S).

Um die Wechselwirkungen zwischen Folsäurezufuhr und Vitamin-B12-Mangel zu studieren, evaluierten die Wissenschaftler des Human Nutrition Research Center on Aging die Daten des US-amerikanischen National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) der Jahre 1999 bis 2002 - also nach Einführung der Folsäureanreichung. Dabei untersuchten sie, wie sich hohe Folsäure- und niedrige Vitamin-B12-Werte im Hinblick auf Anämie, Makrozytose und kognitive Leistungen sowie auf die Stoffwechselprodukte Homocystein- und Methylmalonsäure (MMA) auswirkten. Die Studiendaten stammten von 1302 Personen im Alter von 60 Jahren und darüber.

Personen mit hohen Folsäure- und niedrigen Vitamin-B12-Spiegeln (Plasma-Vitamin B12 unter 148 pmol/l) hatten etwa fünfmal so häufig Anämien und kognitive Defizite wie Personen mit normalen Spiegeln der beiden Vitamine, so das Ergebnis der statistischen Auswertung. Darin sehen die Autoren eine Bestätigung für die Annahme, dass die neuropsychiatrischen Folgen eines Vitamin-B12-Mangels durch eine gute Folsäure-Versorgung verschlimmert werden. Mit einem Anstieg des Homocysteinspiegels hingen die hämatologischen und kognitiven Risiken allerdings nicht direkt zusammen.

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