Schweinegrippe

Viele junge Menschen erkranken schwer an Schweinegrippe

NEU-ISENBURG (eis). Im Gegensatz zu Deutschland sind bisher viele Schweinegrippe-Erkrankungen in Kalifornien schwer verlaufen. Todesfälle traten in jedem Alter auf, und jeder dritte Betroffene in der Klinik musste auf die Intensivstation, hat eine neue Analyse ergeben.

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In der Studie wurden die Verläufe der zwischen April und Mitte August in Kliniken behandelten 1088 Schweinegrippe-Patienten in dem US-Staat untersucht (JAMA 302, 2009, 1896). Ähnlich wie in anderen Ländern erkrankten dabei häufig junge Menschen besonders schwer: 32 Prozent waren unter 18 Jahre alt, wobei der Anteil von Säuglingen unter den Betroffenen sehr hoch war.

Viele junge Menschen erkranken schwer an Schweinegrippe

© Foto: bilderstoeckchen www.fotolia.de

Der Alters-Median aller Patienten betrug 27 Jahre. Häufigste Symptome waren Fieber, Husten und Atemnot. Schnelltests waren bei jedem dritten Betroffenen falsch-negativ.

Die meisten Patienten hatten Risikofaktoren für schwere Verläufe einer Influenza mit Grunderkrankungen wie Adipositas, Herzkreislauf- oder Lungenleiden. Im Mittel mussten die Patienten vier Tage stationär behandelt werden. Knapp 80 Prozent der Patienten wurden mit antiviralen Medikamenten behandelt. Insgesamt 118 der Patienten (11 Prozent) sind gestorben, die Sterberate war bei Patienten über 50 Jahre besonders hoch (18 bis 20 Prozent). 8 Kinder (7 Prozent) haben die Krankheit nicht überlebt. Die mediane Zeit zwischen Krankheitsbeginn und Tod betrug dabei 12 Tage. Die häufigsten Todesursachen waren virale Pneumonie und akutes Atemnotsyndrom (ARDS).

Von den 833 Patienten mit Thorax-Röntgenbildern zeigten sich bei zwei Dritteln Infiltrate der Lunge und damit Zeichen von Pneumonie oder ARDS. Insgesamt wurde knapp jeder dritte der Patienten auf der Intensivstation behandelt. Wobei etwa zwei von drei Betroffenen mechanisch beatmet werden mussten.

Besonders bei über 50-Jährigen und bei Menschen mit Risikofaktoren ist bei Influenza-ähnlichen Erkrankungen höchste Aufmerksamkeit geboten, betonen die Studienautoren. Patienten in der Klinik sollten unabhängig vom Ergebnis eines Schnelltests umgehend mit antiviralen Medikamenten behandelt und sorgfältig überwacht werden.

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