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Vier Diagnosestufen bei Kindern mit Dauerhusten

NÜRNBERG (wst). Ein unklarer Husten bei Kindern, der länger als sechs bis acht Wochen anhält, sollte nach einem diagnostischen Stufenschema abgeklärt werden. Mit dem Stufenschema werden mögliche Ursachen in der Reihenfolge der Häufigkeit geprüft.

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Häufige Ursachen eines chronischen Hustens bei Kindern sind adenoide Wucherungen, die die Nasenatmung behindern, Passivrauchen, Allergien sowie eine bronchiale Hyperreagibilität. Darauf wies der Pädiater Professor Stefan Zielen aus Frankfurt am Main auf einem Seminar beim Pneumologenkongreß in Nürnberg hin.

Raucherhusten bei Kindern ist nicht selten: Nach Daten aus Untersuchungen haben bereits zwölf Prozent aller Kindergartenkinder Nikotinmetaboliten im Speichel, und zwar in Konzentrationen wie erwachsene Raucher. Deshalb rät Zielen Kollegen, rauchenden Eltern immer wieder zu sagen: "Wenn Sie schon das Rauchen nicht lassen können, dann tun Sie es im Interesse Ihrer Kinder auf dem Balkon oder sonst wo außerhalb der Wohnung!"

Auf der ersten diagnostischen Stufe sollte nach Passivrauchen gefragt werden. Bei der körperlichen Untersuchung kann der kalte Rauch oft gerochen werden. Steht der Mund eines Kindes immer offen, ist das ein Hinweis auf eine behinderte Nasenatmung.

Im zweiten Schritt des Stufenschemas werden bei Verdacht auf eine Allergie oder eine bronchiale Hyperreagibilität etwa Allergietests, Lungenfunktionsprüfung und Methacholintestung (Inhalation steigender Methacholinkonzentrationen) gemacht. Ist man bis jetzt auf der Suche nach der Ursache eines chronischen Hustens nicht fündig geworden, kommt eine Röntgenaufnahme des Thorax (aspirierter Fremdkörper? Strukturelle Lungenveränderungen?) in Frage.

In der dritten Stufe des Diagnoseschemas kann man mit einer 24-Stunden-pH-Metrie prüfen, ob ein gastroösophagealer Reflux besteht, der den Husten auslöst. Mit einem Schweißtest kann eine Mukoviszidose ausgeschlossen werden, mit Laboruntersuchungen zum Beispiel Immundefekte wie IgA-Mangel. Zur Stufe drei gehört auch eine HNO-ärztliche Untersuchung. Und zwar auch dann, wenn man keine Hinweise auf Veränderungen in den oberen Atemwegen habe, sagte Zielen.

Bei dann immer noch unklarer Ursache sollte auf Stufe vier der diagnostischen Leiter schließlich mit einem Thorax-CT, bronchoskopisch und auch gastroskopisch nach möglichen Hustenauslösern gefahndet werden.

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