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Kommentar zu Folsäure und Krebs

Vitamin mit zwei Gesichtern

Peter LeinerVon Peter Leiner Veröffentlicht:

Die Anreicherung etwa von Getreide mit Folsäure in den USA und Kanada hat ohne Zweifel ein Gutes: Die Zahl der Kinder, die mit einem Neuralrohrdefekt geboren wurden, ist bis 2006 um 36 Prozent gesunken.

In den USA hat die FDA die Empfehlung zur Anreicherung bereits 1998 herausgegeben, seitdem sind 50 weitere Staaten gefolgt - Deutschland gehört nicht dazu.

Solange die Diskussion um das Für und Wider der Supplementierung anhält, etwa weil es immer wieder mal Hinweise für ein erhöhtes Krebsrisiko gibt, und die Debatte auch durch eine aktuelle Metaanalyse nicht beendet werden konnte, sollte man von der generellen Anreicherung etwa im Mehl Abstand nehmen. Stattdessen bietet sich an, stärker als bisher auf Schwangere oder Frauen, die es werden wollen, einzuwirken, sich ausreichend mit dem B-Vitamin zu versorgen.

Die Mehrheit der Bevölkerung sollte sich eher auf eine optimale Ernährung konzentrieren als auf Vitaminpillen aus dem Supermarkt. Folsäure gibt es in Gemüse, Salat, Vollkorn- und Milchprodukten sowie in der Leber zuhauf. Man muss nur zugreifen und das Essen richtig zubereiten. Dann lässt sich ein möglicher Mangel beheben - und vielleicht der ebenfalls diskutierte krebshemmende Effekt der Folsäure nutzen.

Lesen Sie dazu auch: Für und Wider: Diskussion um Folsäure und Krebs hält an

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