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KOMMENTAR

Vorbeugen ist besser als bestrafen

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Wann immer ein Kind sexuell missbraucht oder getötet wird, wie es jetzt in Leipzig geschah, dann ist das Geschrei groß: Boulevardzeitungen schlachten das Ereignis tagelang auf ihren Titelseiten aus, und natürlich werden härtere Strafen für die Täter gefordert.

Von diesem Reflex, der nach jeder spektakulären Sexualstraftat präzise wie ein Uhrwerk abläuft, profitieren viele: Medien, die ihre Seiten und Sendeminuten damit füllen ebenso wie Politiker, die nach mehr Law-and-Order rufen. Der Beifall ist ihnen gewiss, schließlich wird niemand einen Kinderschänder in Schutz nehmen.

Doch werden härtere Strafen für Straftäter den Kindern nichts nützen, die es zu schützen gilt. Denn Pädophile wird es immer geben. Noch viel besser, als sie nach einem Mord mit viel Getöse zu jagen und wegzusperren, wäre es, sie von der Tat abzuhalten. Die Berliner Charité hat den Mut, genau dies mit einem Präventionsprojekt zu versuchen. Das Interesse ist groß, auch wenn man nur schwer feststellen kann, ob sich damit Straftaten verhindern lassen. Ein Schritt in die richtige Richtung ist es auf jeden Fall.

Lesen Sie dazu auch: Viel Zuspruch bei Pädophilie-Prävention

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