CRM berichtet

Vorsicht vor der Chagas-Krankheit

Veröffentlicht:

45.000 Menschenleben jährlich fordert die Chagas-Krankheit. Das Centrum für Reisemedizin berichtet, wodurch sie übertragen wird und wie man sich am besten vor ihr schützt.

Von Dr. Silke Engels und Benjamin Rempe

NEU-ISENBURG. Die Chagas-Krankheit, auch Amerikanische Trypanosomiasis genannt, ist in Süd- und Mittelamerika weit verbreitet.

Dort sind etwa 12 Millionen Menschen infiziert und es kommt zu etwa 45.000 Todesfällen jährlich.

Seit einigen Jahren kommt die Chagas-Krankheit auch in den südlichen Teilen der USA, besonders in Texas, vor.

Die Erkrankung wird durch den einzelligen Hämoflagellaten Trypanosoma cruzi verursacht. Haus- und Wildtiere wie Hunde, Katzen, Nagetiere, Opposums und Gürteltiere dienen dem Parasiten als Wirt ohne selbst zu erkranken. Eine Übertragung auf den Menschen erfolgt über die Raubwanze Triatoma infestans.

Infektion auch über Wanze

Beim Stich der Wanze werden die Erreger mit dem Kot zusammen auf die Haut gebracht und dringen durch Haut- oder Schleimhautläsionen ein.

Weitere Infektionsquellen sind Bluttransfusionen und Organtransplantationen, sowie eine plazentale Übertragung.

Es wird auch von Infektionen berichtet, die durch den Verzehr von kontaminierten Früchten und Fruchtsäften erworben wurden. In diesen Fällen wurden die Früchte ohne Reinigung gegessen oder gepresst.

Im akuten Stadium der Erkrankung kann es zu einer Schwellung an der Einstichstelle (Chagom) und Fieber kommen. Das so genannte Romana-Zeichen beschreibt ein Ödem beziehungsweise eine Schwellung der Lymphdrüsen in der Umgebung des Auges.

Mittels PCR nachweisbar

Weitere Symptome sind Muskel- und Knochenschmerzen, Abgeschlagenheit, Diarrhö und Hepatosplenomegalie.

Im chronischen Stadium, das Jahre bis Jahrzehnte später auftreten kann, kann es zu Kardiomyopathie, Mega-Organbildung, Arrhythmie oder Reizleitungsstörung kommen. Eine häufige Todesursache ist der plötzliche Herztod.

Im akuten Stadium kann der Erreger mittels PCR im Blut nachgewiesen werden. Eine Serologie liefert erst etwa sechs Monate nach Infektion ein zuverlässiges Ergebnis. Die Therapie der Parasitose erfolgt oral mit Nifurtimox oder Benznidazol über mindestens zwei Monate.

Die nachtaktive Raubwanze lebt bevorzugt in Spalten von Lehmhütten und Ställen. Eine Prophylaxe kann durch Haus- und Wohnraumhygiene mit Fliegengittern, Moskitonetzen und Insektiziden erzielt werden.

Mehr Infos zur Reisemedizin unter www.crm.de

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Vernarbung und Fibrosierung

Interstitielle Lungenerkrankung: Die Nachwehen von COVID-19

Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Pharmakokinetik von Rezafungin bei einer Dosierung von 400mg, gefolgt von 200mg einmal wöchentlich

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [10]

Invasive Candida-Infektionen

Modernes Echinocandin – optimierte Eigenschaften und klinische Vorteile

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mundipharma Deutschland GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Podiumsdiskussion von Gilead Sciences beim DÖAK 2025 von links: Dr. Nazifa Qurishi, Fachärztin für Innere Medizin und Infektiologie, Gemeinschaftspraxis Gotenring Köln; Kelly Cavalcanti, HIV-Aktivistin und Referentin für Gesundheit und Empowerment, Köln, und Martin Flörkemeier, Senior Director Public Affairs, Gilead Sciences, München

© Gilead

Unternehmen im Fokus

HIV-Versorgung: Vertrauen in unruhigen Zeiten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Brustkrebs Symbolbild

© Sebastian Kaulitzki / stock.adobe.com

Risikoadaptiert und individualisiert behandeln

Frühes Mammakarzinom: So optimieren Sie die Therapie

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Eine Ärztin spricht mit einer Patientin.

© Siphosethu F / peopleimages.com / Stock.adobe.com

Krebsprävention durch Kommunikation

Zu Krebs halten sich Mythen und Irrtümer hartnäckig – Aufklärung tut not

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Drei Operateure in einem Operationssaal.

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Krebskongress

Tumorchirurgie: Geschlecht zählt auf beiden Seiten des Skalpells

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe