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Pneumonie nach Apoplexie

Vorsorge mit Antibiotika?

In einer Studie erhielten Schlaganfall-Patienten zur Pneumonie-Prophylaxe Amoxicillin in Kombination mit Clarithromycin.

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AMSTERDAM. Bei bis zu 50 Prozent der Patienten mit Schlaganfall fällt in der Akutphase eine Schluckstörung auf. Diese Patienten haben auch ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Pneumonie (InFo Neurologie & Psychiatrie 2015; 17(11): 28).

Forscher der Uni Amsterdam haben in einer prospektiven multizentrischen clusterrandomisierten offenen Studie untersucht, ob bei dieser Patientengruppe eine prophylaktische antibiotische Behandlung die Entwicklung von Pneumonien verhindert (Lancet 2015; 385: 1519-26).

Insgesamt 1224 Patienten nahmen an der Studie teil, ausgeschlossen wurden Patienten, bei denen Kontraindikationen für die Gabe von Antibiotika bestanden, Patienten mit bestehender Schluckstörung, bekannten Infektionen oder schlechter Prognose.

615 Patienten wurden über sieben Tage mit Amoxicillin in Kombination mit Clarithromycin behandelt, 602 mit einer Standardtherapie. Die antibiotische Behandlung musste innerhalb von 48 Stunden nach Beginn der klinischen Symptomatik eingesetzt werden.

Bei allen Patienten musste in der Schluckdiagnostik eine Dysphagie vorliegen. Das primäre Studienziel war die Entwicklung einer Pneumonie in den ersten 14 Tagen.

Die Patienten waren im Mittel 78 Jahre alt (55 Prozent Frauen), 90 Prozent hatten eine Ischämie und 10 Prozent eine Blutung. Bei 30 Prozent wurde eine systemische Thrombolyse durchgeführt.

Bei 25 Prozent musste das Antibiotikum über eine Nasensonde appliziert werden. Der mittlere Wert auf der NIHSS-Skala lag bei 14. Die Inzidenz einer Pneumonie betrug 13 Prozent (71 von 564 Patienten) in der Antibiotikagruppe versus 10 Prozent (52 von 524 Patienten) in der Kontrollgruppe. Die Odds Ratio lag bei 1,12 und war nicht signifikant.

In der Studie fiel auf, dass in der Antibiotikagruppe weniger Atemwegsinfekte auftraten. Bei den klinischen Parametern ergab sich jedoch kein Unterschied bei der Schwere des Schlaganfalls im NIHSS-Score nach 14 Tagen, bei der Sterblichkeit nach 14 und 90 Tagen sowie im funktionellen Outcome nach der modifizierten Rankin Skala. Dasselbe galt für die Lebensqualität.

Die Studie zeige, dass eine prophylaktische antibiotische Behandlung die Entwicklung von Pneumonien nicht verhindere, so Professor Hans-Christoph Diener von der Uniklinik Essen.

"Auf Stroke Units kann daher beruhigt abgewartet werden, ob sich eine Pneumonie entwickelt und in diesem Fall dann rasch antibiotisch behandelt werden", schreibt Diener in einem Kommentar zur Studie. (eb)

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