Direkt zum Inhaltsbereich

WHO rüffelt Masern-Hort Europa

Vor einem Jahr sollten sie längst ausgerottet sein, doch die Masern treiben weiter ihr Unwesen. Vor allem Europa gibt ein schlechtes Bild ab - von hier gelangen die Viren in andere Länder. Jetzt hat die WHO einen strengen Rüffel erteilt.

Veröffentlicht:
Rund und ansteckend: Masern machen sich in Europa breit.

Rund und ansteckend: Masern machen sich in Europa breit.

© Sebastian Schreiter / Springer

GENF (eis). Die europäischen Staaten müssen jetzt etwas gegen Masern unternehmen, drängt die WHO und warnt vor einer weiteren Zuspitzung der Situation (Weekly Epidemiological Record 2011, 86: 559).

Obwohl Masern eigentlich schon im vergangenen Jahr durch Impfprogramme eliminiert werden sollten, wurden dieses Jahr bis Ende Oktober bereits mehr als 26.000 Erkrankungen in der Region registriert, 83 Prozent davon in Westeuropa.

Das Zentrum des diesjährigen Ausbruchs liegt dabei in Frankreich, gefolgt von Italien, Spanien, Rumänien und Deutschland (wir berichteten). Neun Todesfälle - darunter sechs in Frankreich und einer in Deutschland - wurden gemeldet. Über 90 Prozent der Erkrankten waren nicht geimpft oder ihr Impfstatus war unbekannt.

Obwohl der Masernimpfstoff in Europa breit verfügbar ist, gelingt es in vielen Ländern einschließlich Deutschland nicht, die zur Elimination von Masern notwendigen Impfraten von über 95 Prozent für die beiden Impfdosen zu erreichen.

Vorbehalte in Westeuropa

Die WHO nennt als Gründe vor allem mangelhaftes Bewusstsein über die Schwere der Krankheit, Skepsis über den Impfnutzen, Furcht vor Nebenwirkungen und mangelhaften Zugang armer Bevölkerungsgruppen zu dem Schutz.

Besonders in Westeuropa seien religiöse oder philosophische Vorbehalte gegen Impfungen große Barrieren, um den Schutz in der Bevölkerung zu verbessern.

Das Problem vieler westeuropäischer Länder ist zudem, dass dort viele Jugendliche und junge Erwachsene für Masern empfänglich sind.

Diese Gruppen sind in der Vergangenheit besonders schlecht durchgeimpft worden, viele der jungen Menschen haben zudem wegen der impfbedingten Abnahme der Erkrankungen keinen Immunschutz durch Wildvirus-Infektionen erworben.

So waren knapp die Hälfte der Masernpatienten dieses Jahres in Europa 15 Jahre und älter. Gefragt seien jetzt zusätzliche Impfprogramme, die vor allem auf Jugendliche und junge Erwachsene zielen, betont die WHO.

Mehr zum Thema

US-Datenbank-Analyse

Hochdosierter Influenza-Impfstoff könnte Demenz vorbeugen

Sie fragen – Experten antworten

Kann sich Herpes zoster nach der Varizellen-Impfung entwickeln?

Das könnte Sie auch interessieren
Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

© Getty Images

STIKO-Empfehlungen

Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Die häufigsten Praxisfragen zur Influenzaimpfung

© Aitor Diago | Getty Images

Wer, wann, womit?

Die häufigsten Praxisfragen zur Influenzaimpfung

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© Viatris-Gruppe Deutschland

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kohlenhydrate, Apfelessig, Gottesnahrung und Süßstoffe

Vier Ernährungs- und Blutzuckermythen im Faktencheck

Lesetipps
Ein Mann liegt im Bett und schaut auf sein Handy.

© Andrii Lysenko / Stock.adobe.com

Insomnie

Wie sich schlechter Schlaf auf Schmerzen auswirkt

Eine Illustration einer kompletten Lunge, die auf zwei Händen gehalten wird.

© Tahir/Generated with AI/stock.ad

Erfolgreiche Überbrückung bis zur Transplantation

Schwer an ARDS Erkrankter überlebt Entfernung beider Lungenflügel