Wachstumshormone sind in jedem Alter wichtig

GRÜNWALD (sto). Ein Wachstumshormon-Mangel bei Erwachsenen, der meist durch gutartige Tumoren im Bereich der Hypophyse und des Hypothalamus entsteht, kann zu erheblichen physischen und psychischen Störungen führen. Solchen Patienten wird eine Substitutionstherapie empfohlen.

Veröffentlicht:

Charakteristisch sind ein verminderter Antrieb, eine schlechte kognitive Leistung oder ein Libidoverlust. Daran hat die Münchner Endokrinologin Professor Petra-Maria Schumm-Draeger bei den Grünwalder Gesprächen erinnert. Zudem klagen die Patienten oft über Muskelschwäche und eine herabgesetzte körperliche Leistungsfähigkeit. Außerdem ist das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen bei Erwachsenen mit Wachstumshormon-Mangel deutlich erhöht, und ihre Lebenserwartung ist um ungefähr zehn Jahre reduziert. Die Patienten haben zudem einen verminderten Mineralgehalt der Knochen, was das Risiko für Frakturen durch Osteoporose erhöht.

Um die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden der Patienten wieder herzustellen, werde eine Substitutionstherapie empfohlen, sagte Schumm-Draeger bei der Veranstaltung, die von Novo Nordisk unterstützt wurde. Die Behandlung ist seit 1995 mit gentechnisch hergestelltem Wachstumshormon möglich, etwa mit Norditropin®.

Goldstandard bei der Diagnose ei-nes Wachstumshormon-Mangels sei nach wie vor der Insulintoleranztest. Er könne mit anderen endokrinologischen Funktionstests wie Arginin- und GHRH-Test und gegebenenfalls auch mit spezifischen Hormontests kombiniert werden.

Bei Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma und einem erhöhten Risiko für Epilepsie, die ebenfalls oft einen Wachstumshormon-Mangel haben können, sei der Insulintoleranztest jedoch kontraindiziert, sagte die Endokrinologin.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Rückgang vor allem in Hausarztpraxen

Immer weniger Demenzdiagnosen in Deutschland

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Prognostizierbares Therapieansprechen?

© Stockbyte | gettyimages (Symbolbild mit Fotomodellen)

Antidepressiva

Prognostizierbares Therapieansprechen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Depression und Schmerz gehen häufig Hand in Hand

© brizmaker | iStock (Symbolbild mit Fotomodell)

Depressionsscreening

Depression und Schmerz gehen häufig Hand in Hand

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

© Vink Fan / stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg

ADHS im Erwachsenenalter

Wechseljahre und ADHS: Einfluss hormoneller Veränderungen auf Symptomatik und Diagnose

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG, Iserlohn
Neue Ansätze zur Behandlung seltener Krankheitsbilder

© Dr_Microbe / stock.adobe.com

Entwicklungen in der Therapie neuromuskulärer Erkrankungen

Neue Ansätze zur Behandlung seltener Krankheitsbilder

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Nachgefragt bei Kammern und KVen

Dass Behandlungen abgelehnt werden, kommt selten vor

Zwei Phase-III-Studien gescheitert

Semaglutid wirkt nicht gegen Alzheimer

Lesetipps
Fünf Menschen im Wartezimmer.

© Tyler Olson / stock.adobe.com

Einteilung in fünf Gruppen

Diabetes: Risiken für Komorbiditäten vom Subtyp abhängig

Warnschild Grippewelle

© nmann77 / stock.adobe.com

ARE in Grafiken

RKI: Grippewelle deutet sich an