Experten-Tipp

Wadenschmerz im Alter – was ist die Ursache?

Hinter Wadenschmerzen kann eine Infektion oder eine PAVK stecken. Ein Experte gibt Tipps für Diagnose und Therapie.

Veröffentlicht:
Gründe für Wadenschmerzen sind oft Bewegungs- und Trainingsmangel, Sarkopenie und eine dadurch bedingte Überforderung der Muskelgruppe.

Gründe für Wadenschmerzen sind oft Bewegungs- und Trainingsmangel, Sarkopenie und eine dadurch bedingte Überforderung der Muskelgruppe.

© ArTo / Fotolia

Neu-Isenburg. Wadenschmerzen können viele Ursachen haben. Bei der Anamnese und Untersuchung werden zunächst Spontan- von Bewegungsschmerzen unterschieden sowie Schmerzen, die ausschließlich bei Palpation auftreten. Sind in dem Zusammenhang weitere Allgemeinsymptome wie Fieber aufgetreten? Gab es ein Trauma oder Überanstrengung bei bereits geschwächter Muskulatur?

Manchmal treten Wadenschmerzen auch bei Infektionskrankheiten auf. Dies wird auf einen katabolen Zustand der Muskulatur zurückgeführt. Weiterhin neigt die Muskulatur alter Menschen eher zu tetanischen Verspannungen, sagt Dr. Oliver Emrich aus Ludwigshafen.

Gründe sind Bewegungs- und Trainingsmangel, Sarkopenie und eine dadurch bedingte Überforderung der Muskelgruppe. Kontrakte Muskulatur zeigt eine überwiegend anaerobe Stoffwechselsituation, ist übersäuert und minderdurchblutet und damit vergleichsweise schlechter mit Energie und Sauerstoff versorgt.

Diesbezüglich muss auch an eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) gedacht werden. In diesem Zusammenhang ändert sich die neuromuskuläre Signalübertragung und es bilden sich Verspannungszonen, zum Beispiel im Musculus soleus. Schließlich können venöse Stauungen eine Rolle spielen.

Emrich empfiehlt, bei Patienten mit Beinschmerzen stets die Wadenmuskulatur in Bauchlage genau zu untersuchen. „Sehr oft finde ich extrem schmerzhafte Triggerpunkte bei der Palpation.“

Abgesehen von spezifischen Therapien, je nach Grunderkrankung, wird eine akut verspannte Wadenmuskulatur in Zugrichtung gedehnt. Empfehlenswert sind Wärmeapplikationen und gegebenenfalls die Stoßwellenbehandlung. Helfen kann auch die manuelle Therapie oder die therapeutische Lokalanästhesie der schmerzhaften Muskelzonen, kombiniert mit Physiotherapie und oraler Schmerzmedikation. (ner)

Mehr zum Thema

Palliativregisteranalyse

Menschen mit Krebs: Viel Schmerz am Lebensende

Biopsychosoziale Bedürfnisse

Akute Rückenschmerzen: Was bringt die spinale Manipulation?

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Schneller Wirkeintritt von Naldemedin im Vergleich zu Placebo in den Studien COMPOSE-1 und COMPOSE-2

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [15]

Opioidinduzierte Obstipation

Selektive Hemmung von Darm-Opioidrezeptoren mit PAMORA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Viatris-Gruppe Deutschland (Mylan Germany GmbH), Bad Homburg v. d. Höhe
Abb. 1: sPGA-Ansprechen über zwei Jahre

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [1]

Psoriasis-Therapie bei Kindern und Erwachsenen

PDE-4-Hemmer: erste orale Systemtherapie für Kinder − auch bei besonderen Manifestationen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ärztin im Gespräch mit einem Patienten

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Tipps für den Reha-Antrag

Vorsorge oder Reha: Was es für die Genehmigung durch die Kostenträger braucht

Menschen in der Börse gucken auf ihre Bildschirme.

© Seth Wenig/AP/dpa

Praxiswissen Geldanlage

Die Börsentrias: Geduld, Disziplin und Sparplan

Ein todkranker Patient liegt in einem Bett auf der Palliativstation im Krankenhaus.

© ARMMY PICCA / stock.adobe.com

Palliativregisteranalyse

Menschen mit Krebs: Viel Schmerz am Lebensende