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Schnarchen

Warnsignal für Schwangere

Ob eine Schwangere gefährdet ist, Bluthochdruck zu entwickeln, ist für den Bettpartner manchmal sehr deutlich zu hören, haben US-Forscher herausgefunden.

Von Beate Schumacher Veröffentlicht:
Im Laufe der Schwangerschaft steigt das Risiko für schlafbezogene Atmungsstörungen und damit für Gestationshypertonie.

Im Laufe der Schwangerschaft steigt das Risiko für schlafbezogene Atmungsstörungen und damit für Gestationshypertonie.

© baka32 / fotolia.com

ANN ARBOR. Mit dem Gewicht steigt im Lauf einer Schwangerschaft auch die Wahrscheinlichkeit, dass schlafbezogene Atmungsstörungen auftreten.

Verglichen mit nicht schwangeren Frauen verdoppelt sich der Anteil an Schnarcherinnen bis zum letzten Trimenon, so das Ergebnis einer Studie der University of Michigan School of Medicine in Ann Arbor (AJOG 2012, online 7. September).

Von 1719 Frauen im letzten Schwangerschaftsdrittel gaben 34 Prozent an zu schnarchen. Nur neun Prozent war die Atmungsstörung auch schon vorher aufgefallen, 25 Prozent bemerkten sie erstmals während der Schwangerschaft.

Von 202 Frauen, die als Kontrollen dienten, beschrieben sich nur 14 Prozent als Schnarcherinnen.

Generell litten Schwangere, die schnarchten, egal seit welcher Zeit, häufiger an chronischem Bluthochdruck, Gestationshypertonie und Präeklampsie als Schwangere mit weniger geräuschvollem Schlaf.

Wenn andere Einflussfaktoren wie Alter, Gewicht und Raucherstatus berücksichtigt wurden, erwies sich jedoch nur schwangerschaftsinduziertes, nicht aber chronisches Schnarchen als unabhängiger Risikofaktor für einen Schwangerschaftshochdruck (Odds Ratio, OR 2,36; p < 0,001) und eine Präeklampsie (OR 1,59; p = 0,024).

Kausalität unklar

Die Gefahr einer Gestationshypertonie war auch dann erhöht, wenn die Frauen in der Schwangerschaft übermäßig zugenommen hatten, ihr Ausgangs-BMI spielte überraschenderweise jedoch keine Rolle.

Ein Zusammenhang zwischen Schnarchen und der Entwicklung eines Gestationsdiabetes war nicht festzustellen.

Das Fazit der Studienautoren um Dr. Louise M. O'Brien: Frauen, die in der Schwangerschaft beginnen zu schnarchen, haben ein erhöhtes Risiko für eine Gestationshypertonie ohne und mit Proteinurie.

Zwei einfache Fragen könnten daher helfen, um im betriebsamen Praxisalltag diesbezüglich besonders gefährdete Schwangere herauszufiltern: Schnarchen Sie? Seit wann schnarchen Sie?

Ob die Assoziation zwischen schwangerschaftsabhängigem Schnarchen und Gestationshypertonie kausal ist, lässt sich mit dieser Studie nicht herausfinden.

Falls dem so ist, dann könnten laut O'Brien und Kollegen 12 bis 19 Prozent dieser Komplikationen verhindert oder abgeschwächt werden, indem man die schlafbezogene Atmungsstörung behandelt. Diese Option müsse nun mithilfe von randomisierten Studien untersucht werden.

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