O‘zapft is

Warum Biertrinken tatsächlich zufrieden macht

Jetzt ist es wissenschaftlich bewiesen: Bier macht glücklich. Forscher fanden einen Stoff, der wohl mit dem Belohnungszentrum im Hirn interagiert und dadurch die Stimmung des Trinkers hebt.

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Ein Feierabend-Bier in entspannter Atmosphäre tut vielen gut. Wissenschaftler haben jetzt den Stoff identifiziert, der wohl die Stimmungssteigerung auslöst.

Ein Feierabend-Bier in entspannter Atmosphäre tut vielen gut. Wissenschaftler haben jetzt den Stoff identifiziert, der wohl die Stimmungssteigerung auslöst.

© merydolla / stock.adobe.com

NÜRNBERG. Pünktlich zum Start des Münchener Oktoberfests haben Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen (FAU) eine Studie zum Thema Bier vorgestellt. Im Fachmagazin Nature Scientific Reports haben die fränkischen Wissenschaftler eine Studie veröffentlicht, die wissenschaftlich beweisen soll, dass der Gerstenmalztrunk eine stimmungssteigernde Wirkung besitzt (doi: 10.1038/srep44201).

13.000 Stoffe gescreent

Die Franken haben dafür eine virtuelle Datenbank mit 13.000 Molekülen zusammengestellt, die in Lebensmitteln vorkommen. In dieser suchten sie nach jenen Stoffen, die potenziell mit dem Dopamin-D2-Rezeptor interagieren. Jener Andockpunkt liegt im Belohnungszentrum des Gehirns und aktiviert das Hirnareal, wenn er stimuliert wird.

Dabei nutzten sie die aus der Medikamentenforschung bekannte Methode des virtuellen Screenings: Der Computer berechnet die möglichen passenden Moleküle über die Analyse der dreidimensionalen Struktur des Rezeptors oder indem der PC die Moleküle mit synthetischen Substanzen vergleicht, von denen die Rezeptor-Interaktion bereits bekannt ist.

Hordenin steigert Stimmung

Mit diesem Hilfsmittel fanden die Forscher 17 Moleküle, die mit dem Dopamin-Rezeptor interagieren könnten. Chemiker der FAU untersuchten diese und identifizierten Hordenin; jeder Stoff kommt im Braugetränk vor. Diese Substanz unterscheidet sich jedoch von Dopamin in der Interaktion mit dem Rezeptor: Hordenin aktiviert ihn über sogenannte G-Proteine, was einen nachhaltigeren Effekt auf das Belohnungszentrum haben könnte.

Einschränkend weisen die Wissenschaftler darauf hin, dass noch unklar ist, ob die im Bier enthaltene Menge an Hordenin ausreicht, um das Belohnungszentrum ausreichend zu stimulieren. Diesen Sachverhalt analysierten die Franken derzeit. (ajo)

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