Adipositas

Warum werden Kinder und Jugendliche dick?

BERLIN (eb). Das Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin der Uni Bremen (BIPS) koordiniert eine europaweite Studie zu Übergewicht und Adipositas bei Kindern.

Veröffentlicht: 14.01.2011, 18:25 Uhr

Jedes fünfte Kind in Europa sei mittlerweile fettleibig, teilt die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin mit. Fettleibigkeit und Adipositas seien dringliche Themen der europäischen Gesundheitsvorsorge.

Die Studie IDEFICS (Identification and Prevention of Dietary- and Lifestyle-induced Health Effects in Children and Infants) geht bereits ins fünfte Jahr und dreht sich um Ursachen und Vermeidung von Fettleibigkeit bei Kindern.

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Kommentare
Iris Flöhrmann

Dick wird man immer wenn Energieverbrauch kleiner als Energieaufnahme ist

das ist die einzig sichere Aussage. Hilfreich wäre aus meiner Sicht neben der Ursachenforschung, wenn es in den Fackkreisen endlich mal dazu kommen könnte, dass alle gemeinsam einen Konsens finden würden, der als Basisbotschaft für die Bevölkerung verstanden und umgesetzt werden kann. Wenn daran alle Fachdisziplinen wie Ärzte, Physiotherapeuten, Ernährungsfackkräfte, Psychologen wirklich gemeinsam mitarbeiten und das Fachknowhow der der anderen Berufsgruppen auch akzeptieren und übernehmen kommt sicherlich ein Kompromiss zustande, der für die Leute hilfreicher ist. Viele Ursachenerklärungen sind manchmal sogar so gut , dass man sich zurücklehnen kann und sagen: das liegt daran und daran und deshalb kann ich eigentlich nichts dafür und kann auch nichts tun oder aber : komisch, ich esse weder Süßigkeiten, noch gehe ich zu MCDonald, bin 3x die Woche beim Sport etc und bin trotzdem dick?! Dann helfen auch möglichst evidenzbasierte Studien nicht weiter...dann ist für viele sowieso alles egal und der Arzt etc hat keine Ahnung.
Beispielsweise wird gerne die Nährwertkennzeichnung in Ampelfarben als wichtiges Hilfsmittel gegen Übergewicht angeführt und angeblich von allen Fachkreisen gefordert. Interessant ist aber, dass beispielsweise auf dem Adipositaskongress dies in Vorträgen nicht bestätigt wurde und die im gut besuchten Plenum anwesenden Ernährungstherapeuten aus der Praxis den Ruf nach der Ampelkennzeichnung nicht teilten.
Sie klären auch darüber auf das Milch ein Nahrungsmittel ist und kein Getränk und Apfelschorle mit 100% Biosaft im Verhältniss zu Limonade kalorisch auch nicht viel besser dasteht.Auf angemessene Bewegung und Verhaltensalternativen zu Essen als Seelentröster weisen sie nur beispielhaft hin. In die Tiefe gehen können die zugehörigen Berufsgruppen besser.
Aber statt einer gemeinsamen Botschaft gibt es immer wieder reißerische Zusammenfassungen wichtiger Studienergebnisse in der Presse, die dann den Eindruck erwecken alles widerspricht sich und die wissen auch nicht wirklich Bescheid. Dafür kommt dann die große Stunde der Fernsehköche, Verbraucherschützer etc...

Dr. Martin Weiland

Stark kalorienhaltige Getränke (Limonaden, Cola)....

...als bevorzugte Durstlöscher im Gegensatz zu Wasser, Tee, Milch, werden m.E. zu wenig beachtet gegenüber einer postulierten erhöhten Nahrungsaufnahme; des weiteren die Verdauung nicht oder nur gering belastende Zwischenmahlzeiten in Form von Süßigkeiten.
Demgegenüber ist im "Mainstream" gerne von Fastfood, "zu fett" und dergleichen die Rede.
Gegenfrage: Die Gewichtsproblematik betrifft vorzugsweise Kinder aus sozial schwächeren Familien: Sollten gerade diese überdurchschnittlich oft die nicht einmal besonders billigen Angebote der Fastfood-Anbieter in Anspruch nehmen?
Richtig ist allerdings, dass es vermeintlich unbedenkliche, mehr oder weniger täglich konsumierte Nahrungsmittel mit versteckt hohem Zuckeranteil gibt (Frühstücks-Cerealien, Ketchup und dgl. mehr). Man frage sich doch einfach mal, worauf man selbst als Kind "gestanden hat", oder was die eigenen Kinder Tag für Tag bevorzugen würden, wenn man sie denn stets frei entscheiden ließe.
Süßes kann im Kontext sozialer Problem- und Konfliktsituationen, aber auch aus Unwissen heraus ("hauptsächlich fett macht fett") durchaus die Funktion eines "Seelentrösters" annehmen.


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