Selbsttest

Was Treppensteigen über die Herzgesundheit verrät

Wenn Treppen zur Herausforderung werden, kann das auf Herzprobleme hindeuten. Wie sich beim Hinaufsteigen präziser bestimmen lässt, wie es um die Herzgesundheit bestellt ist, präsentierten spanische Forscher beim Kongress der Europäischen Gesellschaft für kardiovaskuläre Bildgebung.

Von Joana Schmidt Veröffentlicht:
Treppensteigen als Selbsttest: Benötigen Menschen über eineinhalb Minuten für 60 Treppenstufen, deutet das auf eine suboptimale Herzgesundheit hin.

Treppensteigen als Selbsttest: Benötigen Menschen über eineinhalb Minuten für 60 Treppenstufen, deutet das auf eine suboptimale Herzgesundheit hin.

© maumau-design / stock.adobe.com

A Coruña. Vier Treppen in weniger als einer Minute zu schaffen, ist einer neuen Studie zufolge ein Hinweis auf ein gesundes Herz. Mehr als eineinhalb Minuten dafür zu brauchen, deute dagegen auf eine nicht optimale Herzgesundheit hin, wird Dr. Jesús Peteiro vom Universitätsklinikum A Coruña in einer Mitteilung der European Association of Cardiovascular Imaging (EACVI) zitiert. In diesem Fall sei ein Arztbesuch angebracht. Der spanische Wissenschaftler stellte seine Studie beim virtuellen Kongress der EACVI im Dezember 2020 vor.

Alltagstaugliche und kostengünstige Methode

Das Ziel der Studie war, eine alltägliche Aktivität wie Treppensteigen mit Ergebnissen von Belastungstests im Labor zu vergleichen, um eine einfache und kostengünstige Methode zu finden, mit der sich die Herzgesundheit beurteilen lässt. Das könnte Ärzte dabei unterstützen, Patienten zu identifizieren, bei denen umfassendere Untersuchungen notwendig sind.

An der Studie nahmen 165 Patienten mit Symptomen wie Brustschmerzen oder Atemnot bei Anstrengung teil. Aufgrund bekannter oder vermuteter Erkrankungen der Herzkranzgefäße war ihnen ein Belastungstest verordnet worden.

Kombiniertes Testverfahren

Dafür liefen sie auf einem Laufband und erhöhten allmählich die Geschwindigkeit bis zur Erschöpfung. Um die körperliche Leistungsfähigkeit anhand des Energieverbrauchs zu messen, wurde das metabolische Äquivalent (MET) bestimmt. Nach einer rund 15-minütigen Pause sollten sie zügig vier Treppen mit insgesamt 60 Stufen hinaufsteigen, ohne anzuhalten oder zu rennen. Dabei wurde die Zeit gestoppt.

Eine Analyse der MET-Werte und der gestoppten Zeit ergab: Wer die Treppen in weniger als 40 bis 45 Sekunden bewältigte, erreichte mehr als neun bis zehn MET. Wer dagegen länger als 90 Sekunden brauchte, erzielte weniger als acht MET. Zum Vergleich: Zehn MET waren in früheren Studien mit einer niedrigen Mortalitätsrate von zehn Prozent in zehn Jahren assoziiert, während weniger als acht MET mit einer Rate von dreißig Prozent in zehn Jahren einhergingen.

Langsames Treppensteigen, schlechtere Herzfunktion

Um die Herzfunktion während des Laufbandtests zu beurteilen, erstellten die Wissenschaftler Echokardiogramme und verglichen sie anschließend mit den Ergebnissen des Treppentests. Etwa 58 Prozent der Patienten, die dafür mehr als anderthalb Minuten benötigt hatten, wiesen eine abnorme Herzfunktion auf. Dagegen war dies lediglich bei 32 Prozent der Teilnehmer der Fall, die weniger als eine Minute gebraucht hatten.

Die Korrelation zwischen der für das Treppensteigen benötigten Zeit und der körperlichen Leistungsfähigkeit sei in der Allgemeinbevölkerung ähnlich, so Peteiro und Kollegen. Jedoch sei bei vielen Menschen die Herzfunktion besser und die Sterberate niedriger als bei den untersuchten symptomatischen Patienten mit Verdacht auf oder tatsächlicher Herzerkrankung.

Mehr Informationen, Artikel und Berichte zur Kardiologie finden Sie auf: www.kardiologie.org

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