3 Fragen, 3 Antworten

Was bedeutet Krebs für Mensch und Gesellschaft?

Zum Weltkrebstag beantwortet ein Krebsforscher in einem FAQ, wie sich die Überlebensrate verändert hat und was das für die Arbeitswelt heißt.

Veröffentlicht:
Was bedeutet Krebs für Mensch und Gesellschaft?

© ferlistockphoto / Getty Images / iStock

HEIDELBERG. Es klingt erfreulich: Die Krebssterblichkeit geht in Deutschland und weltweit seit Jahren zurück. "Krebs muss heute kein Todesurteil sein", sagt Volker Arndt vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. Aber gesund sei der Patient nach Überwindung der Krankheit nicht automatisch.

In den vergangenen zehn Jahren sei jedoch das Bewusstsein gewachsen, Patienten über eine Heilung hinaus länger zu versorgen. Einige Fragen und Antworten vor dem Weltkrebstag an diesem Sonntag.

Wie viele Krebsüberlebende gibt es inzwischen in Deutschland - und wo wird die Zahl in etwa 20 Jahren liegen?

Derzeit leben in Deutschland etwa 3,5 bis 4 Millionen Menschen mit Krebserkrankung oder mit überstandener Krebserkrankung. Prognosen zufolge werde diese Zahl in Deutschland in den kommenden 20 Jahren auf bis zu fünf bis sechs Millionen steigen, sagt Volker Arndt vom DKFZ in Heidelberg.

Grund ist vor allem das Altern der Generation der sogenannten Baby Boomer – also die geburtenstarken Jahrgänge zwischen 1955 bis 1969.

Was bedeutet der Anstieg für die Gesellschaft, etwa für die Arbeitswelt?

Etwa 35 Prozent aller Krebspatienten in Deutschland sind dem DKFZ zufolge im berufsfähigen Alter – also zwischen 15 und 65 Jahren. "Im Durchschnitt nehmen 62 Prozent der Betroffenen nach Abschluss der Therapie ihre Berufstätigkeit wieder auf", sagt Arndt.

Die Wahrscheinlichkeit dafür hänge vom Bildungsstatus und von der Art des Berufs ab. Experten raten, Ärzte sollten geheilten Krebspatienten mit Sensibilität begegnen, aber nicht mit übertriebener Zurückhaltung. Nicht all diese Menschen seien gleich schwer traumatisiert.

Besitzen Krebsüberlebende eine deutlich verringerte Lebenserwartung – und gibt es auch da eine positive Entwicklung?

Statistiken zeigen klar, dass sich die Überlebenswahrscheinlichkeiten für viele Tumorpatienten in den vergangenen 30 Jahren deutlich verbessert haben. "Ein Überleben von 20 und mehr Jahren ist bei vielen Tumor-Entitäten heute eine realistische Option", betont auch Arndt.

Es gebe aber eine wichtige Voraussetzung: Der Tumor muss frühzeitig entdeckt werden. Die Deutsche Krebshilfe nimmt den Weltkrebstag zum Anlass, die Öffentlichkeit für das Thema Prävention zu sensibilisieren. "Insbesondere Bewegung kann das eigene Krebsrisiko senken", sagte Vorstandsvorsitzender Gerd Nettekoven. (dpa)

Mehr zum Thema

„ÄrzteTag extra“-Podcast

NSCLC mit KRAS-G12C-Mutation erstmals zielgerichtet therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH

Unternehmen

Wirtschaftliche Cannabis-Verordnung mit Stada

Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Nicht jeder führt sich den Beipackzettel gerne zu Gemüte. Ist aber doch wichtig zu wissen, wann ein Medikament kontraindiziert ist.

© Dan Race / stock.adobe.com

Unterschiedliche Fachinformationen

Oftmals abweichende Gegenanzeige trotz wirkstoffgleicher Arzneimittel

Die Frustration über die fehleranfällige Digitalisierung hat bei Ärztinnen und Ärzten im vergangenen Jahr zugenommen, zeigt das am Freitag veröffentlichte „Praxisbarometer Digitalisierung“ der KBV.

© baranq / stock.adobe.com

KBV-Praxisbarometer

Ärzte frustriert: Tägliche TI-Probleme in jeder fünften Praxis