Herzinsuffizienz

Was ist die beste Therapie?

Zur Prognoseverbesserung bei Herzinsuffizienz sind mehrere Optionen verfügbar. Doch welche Medikamente in welcher Kombination senken die Sterblichkeit am effektivsten?

Veröffentlicht:

Zur Therapie der Herzinsuffizienz mit reduzierter Auswurffraktion (HFrEF) können Ärzte heutzutage auf fünf verschiedene Substanzklassen zurückgreifen, die nachweislich die Sterblichkeit der Patienten senken: ACE-Hemmer, AT1-Rezeptorantagonisten (ARB), Betablocker, Mineralkortikoid-Rezeptorantagonisten (MRA) und seit neuestem auch ein Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitor, kurz ARNI.

Wie effektiv die einzelnen Substanzen in Relation zu den anderen sind, ist unklar, da es keine direkten Vergleichsstudien gibt. So wurden neuere Substanzen in der Regel additiv zur üblichen Standardtherapie geprüft; etwa im Falle des ARNI Sacubitril/ Valsartan in der PARADIGM-HFStudie gegen einen ACE-Hemmer oder ARB in Kombination mit einem Betablocker und ggf. einem MRA. Die Wirksamkeit von ARNI gegenüber Placebo ist somit nicht direkt untersucht worden.

Forscher um Heather Burnett haben deshalb auf ein statistisches Verfahren zurückgegriffen, welches es erlaubt, die Wirksamkeit zweier Substanzen indirekt zu vergleichen (Circ Heart Fail. 2017;10: e003529). Mit dieser sogenannten Bayes'schen Netzwerk-Metaanalyse lässt sich etwa die Wirksamkeit einer Substanz A gegenüber einer Substanz B indirekt vergleichen, indem Vergleichsstudien zwischen der Substanz C und B und der Substanz C und A herangezogen werden.

Die Wissenschaftler erstellten so ein Netzwerk aus 57 randomisierten Studien, in denen in dem Zeitraum zwischen 1987 und 2015 die genannten Medikamente bzgl. ihrer Effektivität, die Sterblichkeit der HFrEF zu senken, verglichen worden sind.

Am effektivsten stellte sich hierbei die Kombination aus ARNI, Betablocker und MRA heraus: Die Sterblichkeit ließ sich damit im Vergleich zu Placebo um 63 Prozent verringern. Die Kombi aus ACE-Hemmer, Betablocker und MRA ging mit einer Mortalitätsreduktion um 56 Prozent einher und belegte den zweiten Platz. Generell erwiesen sich die Kombinationstherapien als deutlich effektiver als die Einzelsubstanzen.

Damit bestätige diese Analyse die derzeit gültigen Leitlinienempfehlungen, resümieren die Studienautoren. Zur First-Line-Therapie bei HFrEF gehört heute ein ACE-Hemmer (bei Unverträglichkeit: AT1-Blocker) in Kombination mit einem Betablocker. In der Zweitlinien-Therapie wird ein MRA dazu genommen. Bleiben die Patienten unter dieser Dreifachkombination symptomatisch, wird empfohlen, den ACE-Hemmer durch den ARNI zu ersetzen. (vsc/ob).

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Herzinsuffizienz mit reduzierter Pumpfunktion

Niere schützen bei HFrEF – aber wie?

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps