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Was nimmt Schwangeren die Impfsorgen?

Ist nach meiner Schweinegrippe-Impfung mit einem adjuvantierten Impfstoff mein ungeborenes Kind gefährdet? Schwangere werden durch die Diskussion um die Impfkampagne besonders verunsichert, wie Fragen in unserer Hotline Schweinegrippe belegen.

Eine Leserin fragt: Ich bin im 5. Monat schwanger und habe mich, wie viel andere Schweizerinnen auch, mit dem Impfstoff Focetria® impfen lassen. Nun hört man, Schwangere sollten auf den Impfstoff ohne Wirkverstärker warten. Wie sollen bereits geimpfte Schwangere mit einer solchen Information umgehen? Haben wir uns einen schädlicheren Impfstoff spritzen lassen? Sind unsere Ungeborenen einem größeren Risiko ausgesetzt als Kinder von Müttern, die den Impfstoff ohne Wirkverstärker bekommen?

Logischerweise führt diese Empfehlung bei geimpften Schwangeren zu großen Ängsten. Schlagworte wie "Contergan" und schwere Spätfolgen wegen der Wirkverstärker liegen in der Luft und machen alles noch schlimmer!

© Foto: binagel www.fotolia.de

Dr. Jan Leidel: Ich weiß nicht so recht, was ich Ihnen antworten soll. Focetria ist ebenso wie das in Deutschland verwendete Pandemrix® ein adjuvantierter Impfstoff, der von den schweizer Behörden als sicher eingestuft und auch für die Anwendung in der Schwangerschaft zugelassen wurde. Wäre meine Frau oder meine Tochter schwanger, hätte ich angesichts der stärkeren Bedrohung Schwangerer nicht gezögert, sie mit diesem Impfstoff oder mit dem aus meiner Sicht gleichwertigen Pandemrix® zu impfen.

Richtig ist, dass es keine umfangreichen klinischen Studien zur Impfung von Schwangeren gibt. Aber diese Impfstoffe sind nicht so neu und unbekannt, wie manchmal behauptet wird. Außerdem ist in umfangreichen Tierversuchen untersucht worden, ob die Adjuvanzien oder andere Bestandteile dem ungeborenen Kind etwas anhaben können. Nach diesen Untersuchungen sind die Impfstoffe sicher.

Manchen Experten war wegen der eingeschränkten Datenlage das Adjuvanz nicht so ganz geheuer. Aber nicht wegen der Sorge, das Kind könne einen Schaden davontragen, sondern wegen der physiologischen Herunterregulierung des Immunsystems in der Schwangerschaft.

In diese Regulationsprozesse einzugreifen, erschien manchen etwas problematisch. Dass jetzt ein weiterer Impfstoff, der ohne Adjuvanz auszukommen scheint, auf den Markt kommt und seine Chancen am Markt sucht, scheint mir verständlich. Aber machen sie sich bitte keine unnötigen Sorgen, Sie seien mit einem schlechten oder gar gefährlichen Impfstoff geimpft worden. Freuen Sie sich, dass Sie durch die Impfung geschützt sind und freuen Sie sich auf Ihr Baby.

Fragen im Schweinegrippe-Forum: Warum Krebszellen für Vakzinproduktion? Wie kommt man an Impfstoff für Eiweiß-Allergiker? Der Impfstoff für Schwangere lässt noch auf sich warten Patientin mit Rheuma fürchtet zweite Impfdosis Wie impfen unter Marcumar oder bei Thrombopenie?

Für Fachkreise: Hier geht es zum Schweinegrippe-Forum

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Neue Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

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