Direkt zum Inhaltsbereich

Schweinegrippe-Forum

Warum Krebszellen für Vakzinproduktion?

Veröffentlicht:

Eine Apothekerin fragt: Stimmt es, dass Impfviren für den Schweinegrippe-Impfstoff auf abgetöteten Nierenkrebszellen vom Hund gezüchtet werden? Falls ja, warum Krebszellen? Offenbar haben Veröffentlichungen hierzu im "Naturarzt" und im "Spiegel" bei einigen Menschen Ängste geschürt, mit "Krebs" geimpft zu werden.

Dr. Jan Leidel: Für den in der Bundesrepublik überwiegend zum Einsatz kommenden Impfstoff Pandemrix® vom Unternehmen GlaxoSmithKline (GSK) wird wie bei den meisten Grippeimpfstoffe das Impfvirus in bebrüteten Hühnereiern vermehrt. Dies bedeutet, dass viele Millionen bebrütete Hühnereier benötigt werden. Außerdem kann dieser Impfstoff problematisch für Hühnereiweiß-Allergiker sein. Aus diesen Gründen suchen Forschung und Industrie seit einigen Jahren nach Alternativen.

Hierfür kommen nur Zellkulturen in Betracht. So werden der Impfstoff Celvapan® vom Unternehmen Baxter auf Affennierenzellen und der Impfstoff Celtura® vom Unternehmen Novartis auf Hundenierenzellen (MDCK-Zellen) vermehrt. Man kann für diesen Zweck nur Zellkulturen verwenden, die sich über einen langen Zeitraum bei Beibehaltung gleicher Eigenschaften vermehren können. Diese Anforderungen erfüllen nur sogenannte "Krebszellen".

Die für die Sicherheit von Impfstoffen verantwortlichen nationalen und internationalen Behörden haben einen außerordentlich hohen Sicherheitsstandard für solche Impfstoffe entwickelt. Die Zellen werden lysiert und entfernt und sind im Impfstoff auch mit feinsten Messmethoden nicht mehr nachweisbar. Zusätzlich wird alles etwa vorhandene genetische Material enzymatisch zerstört und entfernt. In den fertigen Impfstoffen ist auch mit empfindlichsten Methoden (PCR) kein genetisches Material vom Affen oder Hund mehr nachweisbar.

Lesen Sie dazu auch: Was nimmt Schwangeren die Angst vor der Schweinegrippe-Impfung?

Fragen im Schweinegrippe-Forum: Wie kommt man an Impfstoff für Eiweiß-Allergiker? Der Impfstoff für Schwangere lässt noch auf sich warten Patientin mit Rheuma fürchtet zweite Impfdosis Wie impfen unter Marcumar oder bei Thrombopenie?

Für Fachkreise: Hier geht es zum Schweinegrippe-Forum

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Neue Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Bundesgesundheitsministerin im Interview

Nina Warken über Reformdruck: „So wie bisher kann es doch nicht weitergehen“

Lesetipps
Blick in ein Blutgefäß

© Superrider / Stock.adobe.com

Hypercholesterinämie

Lipidsenker klug kombinieren