Elektive Eingriffe

Welche Operationen wegen Corona am häufigsten ausgesetzt wurden

Eine Op-Datenauswertung offenbart, welche Eingriffe am häufigsten wegen der Corona-Pandemie verschoben wurden. Nun gehe es darum, den Rückstau abzuarbeiten und Pandemiepläne künftig besser anzupassen, betonen die Chirurgen.

Veröffentlicht: 31.07.2020, 08:55 Uhr
Welche Operationen wegen Corona am häufigsten ausgesetzt wurden

Den Rückstau der verschobenen Op’s abzuarbeiten wird Chirurgen noch viele Wochen beschäftigen.

© Georgiy Datsenko / Getty Images

Berlin. Op’s, die am häufigsten aufgrund der COVID-19-Pandemie verschoben wurden, sind Katarakt-Op’s (Rückgang von -79 Prozent), die Entfernung der Rachenmandeln (-82 Prozent) und die Implantation von Kniegelenkendoprothesen (-80 Prozent).

Insgesamt seien Op’s während des medizinischen Shutdowns um 41 Prozent zurückgegangen, meldet der Berufsverband der Deutschen Chirurgen unter Berufung auf ein bundesweites Benchmarking-Programm für Op-Prozesszeiten.

Etwas häufiger unter den verschobenen Operationen wurden noch Kniegelenkarthroskopien (-67 Prozent) vorgenommen sowie Osteosynthesematerial entfernt, also zum Beispiel Schrauben und andere Befestigungen (-51 Prozent).

Die Zahl der Kaiserschnitte, der versorgten Frakturen und die der Appendektomien habe hingegen gar nicht beziehungsweise nur sehr geringfügig abgenommen, heißt es in der Mitteilung.

Viele Betten wurden nicht für Corona-Patienten benötigt

„Das Ziel des medizinischen Shutdowns, elektive Op’s weitestgehend zu verschieben und den medizinischen Betrieb von Volllast in einen auf COVID-19 ausgerichteten Notbetrieb umzusteuern, wurde in den Krankenhäusern vorbildlich umsetzt. Wir sehen jetzt aber auch, dass viele Betten, die für COVID-19-Patienten freigehalten wurden, dafür nicht benötigt wurden“, kommentiert Professor Hans-Joachim Meyer, Präsident des Berufsverbands der Deutschen Chirurgen, die Ergebnisse in der Mitteilung.

Jetzt gehe es darum, Lehren aus dieser Zeit für eine etwaige zweite Welle zu ziehen. Dazu gehöre auch, die Pandemiepläne so umzuarbeiten, dass bei einem Anstieg des Infektionsgeschehens die Krankenhäuser ihren Betrieb mit einem Anteil elektiver Op’s weiter aufrechterhalten könnten, so der Berufsverband weiter.

Ein nahezu vollständiger Shutdown mit einer Priorisierung der Behandlung von Patienten mit COVID-19 sollte möglichst vermieden werden – insbesondere auch, um nicht Patientengruppen mit komplexen Krankheitsbildern zu verunsichern.

„Pandemiepläne lokal und regional anpassen!“

Dies könnte unter anderem erreicht werden, indem bundesweit Pläne für die Steuerung von Patienten unter Pandemiebedingungen entwickelt würden. Diese sollten dann lokal und regional, durch sektorenübergreifende Gremien auf die Rahmenbedingungen vor Ort angepasst werden.

„Jetzt geht es darum, den Stau der aufgeschobenen Op’s abzuarbeiten. Es wird selbst bei einer Steigerung des Op-Aufkommens auf 110 Prozent des Vor-Corona-Niveaus cirka 27 Wochen dauern“, erläutert Dr. Enno Bialas, Geschäftsführer von digmed. (eb)

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