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Welche Tips Krebskranke für die Infekt-Prävention brauchen

BERLIN (sko). Bei Fragen zur Infektionsprophylaxe wenden sich Krebspatienten nach der Krankenhausentlassung auch an ihre Hausärzte. Bei der Aufklärung darf dann der Hinweis nicht fehlen, daß bei den geringsten Anzeichen einer Infektion nicht auf Hausmittel gesetzt, sondern sofort ein Arzt aufgesucht werden sollte.

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Wenn bei Krebspatienten die Zahl der neutrophilen Granulozyten unter 500 pro µl Blut sinkt, ist Gefahr in Verzug. Denn dann können sonst harmlose Krankheitserreger eine mitunter tödliche Infektion verursachen, was durch das richtige Verhalten im Alltag aber vermieden werden kann. Viele Fragen der Patienten drehen sich hier zum Beispiel um die Ernährung.

Dazu sagt Professor Georg Maschmeyer, Hämatologe und Onkologe an der Medizinischen Klinik in Potsdam: "Der Nutzen einer bestimmten Diät für diese Patienten ist nicht gesichert. Doch was man ihnen sicher ans Herz legen sollte: Vorsicht bei ‚besonders gesunden' Lebensmitteln."

Unbehandeltes Getreide sei etwa schnell mit Schimmelpilzen besiedelt, in Milchprodukten aus unpasteurisierter Milch seien häufig Listerien nachweisbar, sagte Maschmeyer beim Fortbildungsseminar der Bundesärztekammer in Berlin.

Als weitere Verhaltensregel nannte Maschmeyer, Kontakt zu vermeiden mit Personen mit einem offensichtlichen grippalen Infekt oder anderen übertragbaren Erkrankungen wie Zoster oder Pfeiffersches Drüsenfieber. Sex mit einem gesunden Lebenspartner hingegen berge keine Gefahren. Wer gern im Garten arbeitet, sollte dabei seine Hände vor Verletzungen etwa durch Rosendornen schützen und sich von der Biotonne fernhalten.

"Das Umsetzen des Kompostes kann Kopf und Kragen kosten", so Maschmeyer. Wer trotz der Infektanfälligkeit Urlaub machen will, sollte in Reichweite bleiben, "und nicht einen Namibia-Urlaub nachholen." Allerdings bestehe in Ausnahmefällen die Möglichkeit, Patienten vor geplanter Reise nach Rücksprache mit dem behandelnden Hämatologen mit einem Antibiotikum zu versorgen, wenn klar ist, daß ein Rücktransport zwei Tage dauern würde.

Ganz besonders betonte der Mediziner die Aufklärung der Patienten über das richtige Verhalten bei ersten Infektionszeichen: "Hier muß den Patienten klar gemacht werden, daß sie nicht versuchen, mit Hausmitteln oder Wadenwickeln die Sache zu lindern oder einfach durchzuhalten, um dadurch die Wiedereinweisung ins Krankenhaus zu vermeiden. Denn solch eine Infektion kann dann ganz schnell kritisch werden."

Infos zu Impfungen für Krebspatienten gibt die Impfkommission in Epi Bull 39,2005, abrufbar unter www.rki.de, "Infektionsschutz" und dann "Epidemiologisches Bulletin" anklicken.



STICHWORT

Impfen bei Tumorpatienten

Wegen ihrer eingeschränkten Immunfunktion sind Tumorpatienten durch Infektionskrankheiten stärker gefährdet als Gesunde. Von möglichen Schutzimpfungen profitieren sie daher besonders. Sie können dabei problemlos mit allen Totimpfstoffen (Tetanus, Diphtherie, Pertussis und Hepatitis B) geimpft werden. Besonders empfohlen werden die Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken. Aufgrund der Immunsuppression durch die Therapie kann der Impferfolg allerdings vermindert sein oder ausbleiben.

Es sollte daher möglichst bereits vor einer onkologischen Therapie geimpft werden. Dann ist eine Impfung auch mit Lebendvakzinen (Masern, Mumps, Röteln, Varizellen) möglich. Bei Chemotherapie oder Immunsuppression sind Lebendimpfstoffe kontraindiziert. Zu beachten ist, daß Masern oder Varizellen für Tumorpatienten lebensgefährlich sein können. Nach Abschluß der vollständigen onkologischen Therapie ist eine Impfung bei Patienten in Remission (nach zwölf Monaten) auch mit Lebendimpfstoffen möglich, wenn die Leukozytenzahl über 1500 / ml liegt.

Die Ständige Impfkommission plädiert für einen umfassenden Impfschutz. Alle zugelassenen Impfstoffe seien bei onkologischen Patienten mit nicht eingeschränkter Immunfunktion genauso sicher und wirksam wie bei Gesunden. (hub)

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