Suchtkrankheiten

Wenige Fragen helfen, Nikotinsucht zu erfassen

BADEN-BADEN (skh). "Wie lange rauchen Sie schon und wie viele Zigaretten pro Tag?" Meist beschränkt sich die Raucheranamnese auf diese beiden Fragen. Über die Anzahl der Zigaretten hinaus sollte aber auch der Grad der Nikotinabhängigkeit eines Patienten bestimmt werden. Dazu eignen sich Fragebögen wie der Fagerström-Test für Nikotinabhängigkeit.

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Der Test beinhaltet Fragen wie: "Wann nach dem Aufstehen rauchen Sie Ihre erste Zigarette? Rauchen Sie mehr, wenn Sie Alkohol trinken? Rauchen Sie auch, wenn Sie krank sind und tagsüber im Bett bleiben müssen?"

Je nach Antwort werden Punkte vergeben, wobei die erreichte Punktzahl den Grad der Nikotinabhängigkeit angibt, berichtet Professor Manfred Anlauf, Internist aus Bremerhaven. Es können höchstens zehn Punkte erreicht werden.

Fünf oder sechs Punkte bedeuten eine mittlere, sieben und mehr Punkte schon eine starke Nikotinabhängigkeit. Patienten mit mittlerer und schwerer Abhängigkeit sollten Entwöhnungshilfen wie Nikotinkaugummis, Nikotinpflaster oder Psychotherapie angeboten werden, so Anlauf beim MedCongress in Baden-Baden.

Außerdem müsse bei der Raucherentwöhnung zwischen dissonanten und konsonanten Rauchern unterschieden werden. Dissonante Raucher haben ein schlechtes Gewissen, und würden gerne aufzuhören, schaffen es aber oft nicht aus eigener Kraft. Hier sei der Nutzen von Entwöhnungshilfen groß, sagt Anlauf.

Konsonante Raucher dagegen genießen jede Zigarette und nehmen die Risiken des Tabakkonsums bewußt in Kauf. Wenn sie aber einmal den Entschluß gefaßt haben, gelinge es konsonanten Rauchern leichter, das Rauchen aus eigenem Antrieb aufzugeben, so Anlauf.

Den Fagerström-Test für Nikotinabhängigkeit gibt es im Internet, etwa bei: www.bundesaerztekammer.de/30/Praevention/05Weltnichtrauchertag/Fagerstroem.html oder auf der Homepage www.bundesaerztekammer.de in die Suchfunktion Fagerström eingeben.

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