Direkt zum Inhaltsbereich

Weniger Angst vor Vogelgrippe als angenommen

WÜRZBURG (dpa). Die Angst vor der Vogelgrippe ist in der Bevölkerung deutlich geringer ausgeprägt als gemeinhin angenommen. "Bei uns haben sich nur sehr wenige Leute gemeldet, die tatsächlich starke Angst vor der Krankheit haben", sagte der Psychologe und Angstforscher Georg Alpers von der Universität Würzburg der dpa.

Veröffentlicht:

Sein Team erstelle derzeit eine Studie, für die Menschen zu ihrer Angst vor der Vogelgrippe befragt werden. Den ersten Ergebnissen zufolge ist die spezielle Furcht, sich mit dem Virus anzustecken, kaum verbreitet. "Die wenigen, die tatsächlich unter starker Angst davor leiden, berichteten uns, daß sie generell eher ängstlich sind", sagte Alpers.

Medienberichte über Panik, Hysterie und psychotischen Zustände - gerade zu Beginn der Vogelgrippe-Ausbreitung - seien übertrieben gewesen. "Das sind auch völlig falsche Begriffe. Sie haben nichts zu tun mit diesen Gesundheitsängsten." Wer wegen der Furcht vor der Vogelgrippe ständig grüble und dadurch in seinem Leben beeinträchtigt werde, habe eventuell eine generalisierte Angststörung - das müsse im Einzelfall überprüft werden.

Alpers zufolge müssen die Medien die Menschen auch nach der Ausbreitung der Vogelgrippe auf Nutzgeflügel sachlich informieren und auf reißerische Überschriften verzichten. "Solide Informationen können dazu beitragen, daß die Menschen Ängste abbauen."

Das habe sich auch in den vergangenen Wochen gezeigt, in denen die Berichterstattung sachlicher geworden und seltener über Panik und Hysterie gesprochen worden sei. "Im Grunde genommen ist die Krankheit ja nicht harmloser geworden und trotzdem wird sachlicher diskutiert."

Die offiziellen Stellen sowie beteiligte Wissenschaftler stünden ebenfalls in der Pflicht, objektiv über die Situation zu berichten. "Die Behörden müssen offen über mögliche Gefahren sprechen. Sobald die Bürger das Gefühl haben, daß etwas vertuscht werden soll, entstehen natürlich Ängste", sagte Alpers. Auch wenn sich Verantwortliche gegenseitig beschuldigten, etwas falsch zu machen, erzeuge das kein Vertrauen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

© libre de droit | iStock

Update MS

Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

© Yozayo | iStock

Intrathekale Entzündung

Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Ein erreichbares Ziel bei MS?

© Merck KGaA

Therapiefreie Remission

Ein erreichbares Ziel bei MS?

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Vom Warnsignal zur RNAi-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

© Rasi / stock.adobe.com

Chronische Herzinsuffizienz

HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Abb. 1: Ofatumumab-Konzentrationen in der Muttermilchh

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

Flexiblere Familienplanung durch kürzere Kontrazeptionszeit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kongress in Chicago

Herzkongress AHA 2026: Diese Studien könnten die Praxis verändern

Vergleich der Kreise

Wo MRSA-Infektionen besonders häufig sind

Klassifikation von Herztönen nach Auskultation

Zusammenarbeit Mensch und KI: Das Vertrauen kann täuschen

Lesetipps
Richterhammer und Klemmbrett

© Andrii / Stock.adobe.com

Interview

EU AI Act: Was die neuen Transparenzpflichten für Praxen bedeuten

Eine Frau leidet unter Schwindel, hält sich mit der einen Hand an der Tür fest und ihre andere Hand liegt auf der Stirn.

© Tunatura/stock.adobe.com

Neurologin gibt Tipps

So gehen Sie bei Schwindel richtig vor