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Monozentrische Studie

Weniger Blutinfektionen bei CLL

Einer Analyse zufolge geht der Anteil von CLL-Patienten mit Blutinfektionen offenbar zurück.

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STOCKHOLM. Infektionen zählen zu den gefürchtetsten Komplikationen einer chronisch lymphatischen Leukämie (CLL). Forscher um Dr. Christian Kjellander vom Karolinska-Institut in Stockholm haben in einer monozentrischen Studie geprüft, wie sich die Erregerzusammensetzung und der Anteil von Blutinfektionen bei CLL-Patienten mit Blutkulturen im Lauf der Jahre verändert hat (Ann Hematol 2016; 95(6): 871-879). Danach scheint der Anteil positiver Blutkulturen stetig zurückzugehen. Dies könnte mit den besser wirksamen Antikörpertherapien gegen CLL zusammenhängen.

Die Forscher werteten Angaben zu 275 Patienten mit knapp 1100 Blutkulturen aus. Alle waren in den Jahren 1988 bis 2006 an CLL erkrankt, Angaben zu Blutinfektionen und Todesfällen wurden bis Ende 2009 erhoben. Das Team um Kjellander bildete nun drei Zeitperioden für die CLL-Diagnose: 1988 bis 1993, 1994 bis 1999 und 2000 bis 2006. Aus diesen Perioden stammten jeweils 68, 122 und 85 Patienten. Im Schnitt wurde bei den CLL-Kranken der ersten Periode die erste Blutkultur 6,2 Jahre nach der Diagnose, in der zweiten nach 4,7 und in der dritten Periode nach 2,4 Jahren genommen.

Die Unterschiede lassen sich wohl primär mit den verschieden langen Nachbeobachtungszeiten erklären. Auffallend war jedoch, dass sich in der ersten Periode noch 52 Prozent, in der zweiten 46 Prozent und in der dritten Periode nur noch 28 Prozent der Kulturen als positiv erwiesen. Als positiv galt jedes Bakterienwachstum, auch das von harmlosen Kontaminationen. Schauten die Forscher gezielt nach typischen Erregern von Blutinfektionen, dann waren in den ersten beiden Zeitperioden jeweils 38 Prozent betroffen, in der jüngsten Periode nur 22 Prozent.

In einer weiteren Analyse wurden nur Patienten berücksichtigt, die innerhalb eines Jahres nach der CLL-Diagnose ihr Blut kultivieren ließen. Damit werden Verzerrungen durch die verschieden langen Beobachtungszeiten vermeiden. Doch auch hier gab es signifikante Unterschiede: In der ersten Periode hatten 71 Prozent der Patienten, in der zweiten 36 Prozent und in der jüngsten nur noch 14 Prozent eine Blutinfektion. Allerdings beruhen diese Zahlen auf recht wenigen Patienten und sind daher mit Vorsicht zu genießen. Die Forscher um Kjellander wollen dennoch einen positiven Effekt moderner Antikörpertherapien erkennen. Diese Mittel würden den Tumor stärker zurückdrängen, längere progressionsfreie Intervalle ermöglichen und auf diese Weise auch Infektionen besser in Schach halten. (mut)

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