Risikofaktoren

Weniger Fett am Bauch, weniger COPD

Viel Bauchfett und wenig Sport haben sich als wichtige Risikofaktoren für eine COPD erwiesen.

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REGENSBURG. In verschiedenen Studien zeigte sich bislang, dass neben dem Rauchen vor allem ein hoher Body-Mass-Index (BMI) sowie körperliche Inaktivität eine COPD begünstigen können.

In einer aktuellen Untersuchung analysierten Dr. Gundula Behrens und Kollegen von der Universität Regensburg nun Zusammenhänge zwischen der COPD und dem Hüft- und Taillenumfang sowie der Sportlichkeit der Probanden.

Grundlage waren die Daten von 113.279 US-amerikanischen Teilnehmern der National Institutes of Health-AARP Diet and Health Study im Alter zwischen 50 und 70 Jahren, bei denen zu Studienbeginn keine COPD-Diagnose vorlag (CMAJ 2014, online 7. Juli).

Während des Beobachtungszeitraums zwischen 1996 und 2006 wurde bei 3648 der Probanden eine COPD-Diagnose gestellt. Sowohl bei Patienten mit schwerer Adipositas (BMI = 35) als auch bei Untergewichtigen (BMI = 18,5) zeigte sich eine erhöhte COPD-Inzidenz.

Deutlicher wurden die Resultate allerdings, wenn auch das Maßband zum Einsatz kam: Der Vergleich zwischen Personen mit dem größten Taillenumfang (= 110 cm bei Frauen und = 118 cm bei Männern) und Normalmaß-Probanden (64-79 cm bei Frauen und 80-93 cm bei Männern) ergab eine Risikosteigerung von 72 Prozent für die Dicksten.

Am Verhältnis des Taillen- zum Hüftumfang (waist-hip ratio) ließ sich das COPD-Risiko ablesen: Um 46 Prozent erhöht war es in der Gruppe mit den höchsten Werten . Bei den Untergewichtigen war das Risiko um 56 Prozent erhöht.

Auf umgekehrte Proportionalität stießen die Forscher beim Hüftumfang sowie auch bei der Bewegungsfreudigkeit der Studienteilnehmer: So war das COPD-Risiko der Probanden mit den ausladendsten Hüften um 22 Prozent niedriger als das der Kontrollgruppe. Und auch wer fünfmal oder häufiger pro Woche Sport trieb, hatte gegenüber den Unsportlichen ein um 29 Prozent niedrigeres COPD-Risiko.

In der multivariaten Analyse kristallisierte sich der Hüfteffekt besonders deutlich bei den Frauen heraus. Der Zusammenhang zwischen BMI und COPD war nur bei Nichtrauchern oder Personen, die schon lange nicht mehr rauchten, signifikant, ebenso die Assoziation zum Untergewicht.

Unabhängig vom Raucherstatus erwiesen sich dagegen weiterhin Taillenumfang sowie der Taille-Hüft-Quotient als COPD-Risikofaktoren.

Aus den Ergebnissen ihrer Studie ziehen Behrens und Kollegen folgendes Fazit: Wer den Expertenempfehlungen folgt und neben einem Rauchverzicht auch Normalgewicht hält, auf seine Taille achtet und regelmäßig Sport treibt, der macht damit alles richtig, um sein COPD-Risiko zu senken. (St)

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