Direkt zum Inhaltsbereich

Weniger HIV-Neuinfizierte weltweit

GENF (ple). Die Zahl der HIV-Infizierten weltweit ist Schätzungen zufolge auf mehr als 33 Millionen gestiegen. Der Anstieg ist allerdings offenbar weniger stark als in den Jahren zuvor.

Veröffentlicht:

Im Vergleich zum Jahr 2001 lag die Zahl der Neu-Infizierten mit 2,7 Millionen im vergangenen Jahr um etwa 17 Prozent niedriger. Das geht aus dem Bericht der Organisationen UNAIDS und WHO aus Anlass des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember hervor.

Der Anstieg der Zahl der HIV-Infizierten weltweit beruht auf zwei Effekten. Zum einen haben sich auch im Jahr 2008 wieder viele Menschen neu mit dem Aids-Erreger infiziert, insgesamt schätzungsweise 2,7 Millionen, darunter etwa 430 000 Kinder unter 15 Jahren. Zum anderen leben HIV-Infizierte vor allem in den industrialisierten Ländern aufgrund der effektiven antiretroviralen Therapie, die seit Mitte der 90er Jahre zur Verfügung steht, deutlich länger als im Zeitraum davor. Viele haben bereits fast die gleiche Lebenserwartung wie die übrige Bevölkerung.

Einen Hoffnungsschimmer gibt es trotz des erneuten Anstiegs der Zahl der HIV-Infizierten. Wie es in dem UNAIDS-Bericht heißt, gab es offenbar im Jahr 1996 mit schätzungsweise 3,5 Millionen die meisten Neu-Infizierten innerhalb eines Jahres. Im vergangenen Jahr waren es dagegen ungefähr 30 Prozent weniger: Ungefähr 2,7 Millionen hatten sich mit dem Aids-Erreger infiziert. Und: Etwa zwei Millionen Menschen starben 2008 an den Folgen einer Aids-Erkrankung. Das waren etwa zehn Prozent weniger als 2004, dem Jahr als die bisher höchste Zahl an Aids-Todesfälle innerhalb eines Jahres verzeichnet wurde: 2,2 Millionen.

Die Länder südlich der Sahara waren auch 2008 wie in den Jahren zuvor die am stärksten von der Pandemie betroffenen Regionen. Mit mehr als 70 Prozent wurden dort die meisten HIV-Neuinfektionen registriert. Die meisten HIV-Infizierten weltweit leben in Südafrika: 5,7 Millionen. Die Zahl der HIV-Infizierten stieg dort von 19,7 im Jahr 2001 auf 22,4 Millionen im vergangenen Jahr. Allerdings sank die Zahl der Neu-Infizierten in diesen beiden Jahren von 2,3 auf 1,9 Millionen. Für UNAIDS und WHO beruht dieser Trend auf erfolgreichen Präventionsprogrammen.

In Nordamerika sowie West- und Zentraleuropa zusammen haben sich im vergangenen Jahr 75 000 Menschen mit dem Aids-Erreger infiziert, 2001 waren es noch 93 000. In Deutschland leben etwa 67 000 HIV-Infizierte, ungefähr 3000 von ihnen haben sich 2008 angesteckt.

Den Bericht gibt es im Internet bei UNAIDS unter: www.unaids.org

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Hoffnungsvolles Zahlenwerk

Mehr zum Thema

S1-Leitlinie zu neurologischen HIV-Manifestationen

Noch keine Lösung für HIV-assoziierte kognitive Defizite

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin

BCMA-gerichtete CAR-T-Zelltherapie rückt nach vorn

Cilta-cel setzt Standards im ersten Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, Neuss, a Johnson & Johnson company
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Interview

Vegetarische und vegane Ernährung bei Kindern mit Vorerkrankungen

Hornhautinfektion durch Pilze

Pilzkeratitis: CRISPR-Test hilft bei unklaren Verdachtsfällen

Lesetipps
Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

Eine Illustration zeigt, wie mittels einer Spritze ins Auge gestochen wird.

© Asset Arc / stock.adobe.com / generated AI

Neovaskuläre altersbedingte Makuladegeneration

Anti-VEGF-Injektionen: Versäumte Termine kosten nAMD-Patienten wohl Sehschärfe