Diabetes

Weniger Komplikationen, steigende Erkrankungszahlen

Der Anteil von Diabetikern mit Folgekrankheiten ist deutlich gesunken. Grund könnte eine verbesserte Versorgung sein, so die DDG.

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BERLIN. Eine Erblindung bei Diabetes lässt sich meist verhindern - heute verlieren weniger als ein Prozent der Zuckerkranken noch ihre Sehfähigkeit, so Privatdozent Erhard Siegel aus Heidelberg in einer Mitteilung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).

1956 war das noch anders: Damals litten in einer Studie in Deutschland 39 Prozent der Diabetiker an Retinopathien. Zum Vergleich: Zwischen 1997 und 2012 waren es noch 10 bis 15 Prozent der Typ-2-Diabetiker und etwa 25 Prozent der Typ-1-Diabetiker (DMW 2014; 139: 786-791).

"Ein wichtiger Meilenstein ist hier die Lasertherapie, die ein Fortschreiten der Retinopathie in vielen Fällen stoppt", so DDG-Präsident Siegel.

Auch der Anteil von Patienten mit diabetischer Nephropathie wird offenbar überschätzt. In der Nationalen Versorgungsleitlinie gehen Experten noch von bis zu 40 Prozent Betroffenen aus. Nach aktuellen Studien leiden aber nur 10 Prozent der Typ-2-Diabetiker und 15 Prozent der Typ-1-Diabetiker daran.

Dies liege wahrscheinlich an einer verbesserten Blutzucker- und Blutdruckkontrolle, so die DDG. Noch zu Beginn der 1990er Jahre waren zudem Amputationen bei Diabetespatienten 20-mal häufiger als bei Nicht-Diabetikern.

Inzwischen sei das relative Risiko auf bis zu 8,8 bei Männern und 5,7 bei Frauen gesunken, so die DDG. Dies wird auf eine verbesserte Früherkennung und Behandlung bei diabetischem Fußsyndrom zurück geführt.

Zu den erfreulichen Entwicklungen trägt nach Ansicht der DDG die strukturierte Fortbildung der Hausärzte und die Arbeit der Diabetesexperten in der ambulanten und stationären Versorgung bei.

Weil aber die Erkrankungszahlen an Typ-2-Diabetes weiter steigen, müsse man sich künftig noch mehr als bisher auf die Prävention konzentrieren, meint Siegel. (eb)

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