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Weniger Otitis media nach Pneumokokken-Impfung

DRESDEN (fvw/eis). Der Pneumokokken-Konjugat-Impfstoff Prevenar ist von der Zulassungsbehörde EMEA jetzt auch zur Prävention der akuten Otitis media (AOM) zugelassen worden. Der Impfstoff wird bereits zur Prävention invasiver Pneumokokken-Infektionen wie Sepsis, Pneumonie und Meningitis von der Impfkommission STIKO empfohlen.

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Alle Kinder sollten viermal zwischen dem vollendeten zweiten Lebensmonat und dem zweiten Lebensjahr mit der Vakzine geimpft werden. Die GKV bezahlt den Schutz. Durch die Zulassungserweiterung wird verdeutlicht, dass die Impfung nicht nur vor seltenen invasiven Infektionen, sondern auch vor häufigen Pneumokokken-Infekten wie AOM schützt.

Etwa 38 Prozent aller Mittelohrentzündungen werden durch Pneumokokken verursacht. Die Keime sind damit die häufigsten Erreger von Mittelohrentzündungen, wie Dr. Andreas Busse auf einer von Wyeth unterstützten Veranstaltung in Dresden berichtet hat. Insbesondere würden nicht spontan abheilende Erkrankungen dadurch verursacht, so der Kinder- und Jugendarzt aus Tegernsee. Nach seinen Angaben decken die sieben im Impfstoff enthaltenen Serotypen etwa 75 Prozent der zirkulierenden Pneumokokken ab.

In einer Studie mit 1662 Kindern in Finnland wurde bereits vor sechs Jahren die Wirksamkeit des Impfstoffs bei AOM geprüft. Etwa die Hälfte der Kinder wurde gegen Pneumokokken geimpft. Zwischen dem 7. und 24. Lebensmonat wurden 2596 AOM-Episoden registriert. Insgesamt gab es bei den geimpften Kindern etwa sechs Prozent weniger Otitiden als bei Ungeimpften. Pneumokokken-positive Otitiden waren bei den Geimpften um 34 Prozent und durch die impfstoffspezifischen Stämme verursachte Otitiden um 57 Prozent reduziert (NEJM 344, 2001, 403). Nach Angaben von Busse traten zudem rezidivierende Mittelohrentzündungen (drei Episoden in sechs Monaten oder vier Episoden in zwölf Monaten) bei Geimpften um 16 Prozent seltener auf als bei Ungeimpften.

Nach Schätzungen könnten in Deutschland durch die Impfung pro Jahr etwa 180 000 Episoden von Otitis media bei Kindern unter drei Jahren verhindert werden, so Busse. Etwa 90 000 Kleinkindern bliebe dadurch eine Antibiotika-Therapie erspart.

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