Britische Registerstudie

Weniger Todesfälle nach Hüft-TEP

In Großbritannien hat sich die Mortalität nach Hüft-TEP zwischen 2003 und 2011 nahezu halbiert. Die Autoren einer Registerstudie schreiben den Erfolg dem Einsatz von Spinalanästhesie, posteriorem Zugang und einer effektiven Thromboseprophylaxe zu.

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BRISTOL. Das weltweit größte Gelenkregister, das National Joint Registry of England and Wales, diente den Autoren als Grundlage, um herauszufinden, wie sich die postoperativen Mortalitätsraten nach Totalersatz des Hüftgelenks (Hüft-TEP) entwickelt haben und welche Maßnahmen dazu beitragen, dieses zwar geringe, aber doch entscheidende Risiko zu senken.

In die retrospektive Studie flossen Daten von über 400.000 Hüft-TEPs ein (Lancet 2013; 382: 1097). Erfasst wurden Todesfälle, die innerhalb von 90 Tagen nach dem Eingriff auftraten.

Ergebnis: Innerhalb von acht Jahren, zwischen April 2003 und Dezember 2011, konnte die 90-Tage-Mortalität nahezu halbiert werden, von 0,56 auf 0,29 Prozent.

Folgende beeinflussbare Faktoren standen damit in unmittelbarem Zusammenhang, und zwar nach Bereinigung von Einflüssen durch Geschlecht, Alter und Begleiterkrankungen: der posteriore Zugang (Hazard Ratio, HR 0,82), die mechanische bzw. medikamentöse Thromboseprophylaxe (HR 0,85 bzw. 0,79) und der Verzicht auf eine Allgemein- zugunsten der Spinalanästhesie (HR 0,85). Dagegen hatte der Prothesentyp keinen Einfluss auf die Mortalität.

Allgemeinzustand der Patienten verbessert

Wie Linda P. Hunt und Kollegen von der Universität Bristol berichten, ist die Mortalität über die Jahre kontinuierlich und nicht etwa stufenweise gesunken. Gleichzeitig stieg die Zahl der Hüftoperationen im Untersuchungszeitraum um rund 11 Prozent.

Ursache für den erfreulichen Effekt könnte zum einen sein, dass sich der Allgemeinzustand der Patienten über die Jahre generell verbessert hat, vermuten die Forscher. Vor allem sei die Generation der Senioren im Lauf der Zeit immer fitter und weniger gebrechlich geworden.

Der immer häufiger zum Einsatz gebrachte posteriore Zugang sei darüber hinaus mit geringeren Blutungen und einer besseren Mobilisierung verbunden als die Alternative von lateral. Dabei kann auch das Vorgehen von hinten durchaus seine Tücken haben: In einem begleitenden Editorial warnen Experten vom Sinai Hospital in Baltimore vor einer erhöhten Dislokationsrate bei posteriorem Zugang.

Und auch die Spinalanästhesie, wenngleich von den Studienautoren propagiert, sei nicht uneingeschränkt zu empfehlen: Gerade bei älteren Patienten könne sie hypotensive Zustände bewirken mit der Folge einer funktionellen Hypervolämie und einer verschlechterten Organperfusion.

Schwere Begleiterkrankungen erhöhen Mortalität

Besonders gefährdet, nach einer Hüft-Op. zu sterben, sind laut Hunt und Kollegen nach wie vor ältere Patienten mit schweren Begleiterkrankungen. Dazu gehören schwere Lebererkrankungen, Krebs, Herzinsuffizienz, Myokardinfarkt und Niereninsuffizienz. Die betreffenden Patienten sollten vor dem Eingriff entsprechend über die Risiken aufgeklärt werden.

Für die Autoren wenig überraschend ist ein weiterer Befund: die geringere Sterblichkeit bei Patienten mit Übergewicht (HR 0,76). Dieses Phänomen könne man auch bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen beobachten, so die Forscher.

Der Zusammenhang sei naheliegend, schließlich machten kardiovaskuläre Ereignisse die häufigsten Todesursachen nach Hüft-TEP aus. Da in mehr als der Hälfte der Fälle jedoch keine Daten zum BMI vorlagen, müsse man dieses Ergebnis mit Vorsicht interpretieren. (EO)

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