Kommentar zu Masernviren

Wichtige Fakten für die Impfberatung

Von Wolfgang Geissel Veröffentlicht: 31.10.2019, 19:01 Uhr

Ein Dogma von Impfgegnern bei Masern hält sich leider immer noch hartnäckig: Die angeblich harmlose Kinderkrankheit trainiere das Immunsystem und stärke die Abwehrkräfte besser als die Impfung. Dieser falsche Mythos hat sich auch durch sorgfältige Wissenschaft bisher nicht ausmerzen lassen.

Jetzt gibt es neue Belege dafür, dass das Gegenteil richtig ist: Masern schwächen nämlich die Abwehr, und zwar auch noch lange, nachdem die Erkrankung überwunden ist. Und: Mit der Impfung wird auch opportunistischen Infektionen vorgebeugt.

Dass Kinder mit Masern nach Genesung noch viele Monate gehäuft an weiteren Infektionen erkranken, war zwar schon lange bekannt. Jetzt liefern aber zwei Forschergruppen erstmals Erklärungen dafür. Danach zerstören Masernviren offenbar viele Gedächtniszellen der Immunabwehr. Solche Zellen werden bekanntlich bei einer Infektion gebildet, um die Erreger bei einer erneuten Infektion erfolgreich abwehren zu können. Nach den aktuellen Studien kann es Monate bis Jahre dauern, bis der Körper die zerstörten Gedächtniszellen erneut gebildet und sich die Abwehrkräfte damit regeneriert haben.

Solche Fakten sind wertvoll für die Impfberatung. Impfen gegen Masern rettet weltweit vielen Millionen Kindern das Leben. Der Schutz deckt dabei auch opportunistische Infektionen ab. Das sollte auch viele skeptische Eltern überzeugen.

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