Gute Stimmung
Wie körperliche Aktivität das Wohlbefinden im Alltag verbessert
Bei den meisten Menschen steigt die Stimmung durch Bewegung im Alltag. Gleichzeitig sind Menschen körperlich aktiver, wenn sie sich gerade besser fühlen, ergab eine Metaanalyse.
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Joggen für Körper und Geist: Der Großteil der untersuchten Personen einer Metaanalyse ist nach körperlicher Aktivität besser gelaunt.
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Bewegung im Alltag verbessert bei den meisten Menschen die Stimmung und steigert insbesondere das Gefühl von Wachheit und Energie. Das zeigt eine internationale Meta-Analyse unter Beteiligung des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim, wie das ZI am Dienstag (12. Mai) mitteilte (Nat Hum Behav 2026; online 6. Mai)
Forschende des ZI, der Ruhr-Universität Bochum (RUB), der Paris-Lodron Universität Salzburg (PLUS) und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben 67 Datensätze von Forschungsgruppen weltweit gesammelt und analysiert, um zu untersuchen, wie körperliche Aktivität mit guter Stimmung und positiven Emotionen zusammenhängt.
„Dass sich körperliche Aktivität positiv auf das Wohlbefinden auswirkt, ist aus Labor- und querschnittlichen Studien schon lange bekannt“, berichtet Professor Markus Reichert (PLUS, RUB, ZI), der das Projekt koordinierte.
Seit einigen Jahren werde der Zusammenhang auch in Studien untersucht, die körperliche Aktivität und das Wohlbefinden unter natürlichen Bedingungen im Alltag mithilfe von elektronischen Geräten wie Beschleunigungssensoren und Smartphones erfassen. Dadurch können nicht nur die Effekte von sportlicher Aktivität, sondern auch von niedrigschwelliger Alltagsaktivität (zum Beispiel Spazieren gehen, Treppen steigen, Hausarbeiten) erforscht werden.
Zudem lässt sich zwischen Zusammenhängen innerhalb von Personen („wenn ich mich mehr bewege als sonst, geht es mir besser“) und zwischen Personen („wenn ich eine Person bin, die sich allgemein mehr bewegt als andere, geht es mir besser als anderen, die sich weniger bewegen“) unterscheiden. Die Ergebnisse aus diesen Studien seien aber unklar und teilweise sogar widersprüchlich gewesen, sagt Forscher Reichert (PLUS, RUB, ZI).
Bewegung: Bessere Stimmung, aber weniger Ruhe
Es stellte sich heraus, dass das affektive Wohlbefinden allgemein einen positiven Zusammenhang mit vorausgegangener und nachfolgender körperlicher Aktivität hat. Lediglich Ruhe/Gelassenheit zeigte einen negativen Zusammenhang mit körperlicher Aktivität. Das heißt, Personen waren vor beziehungsweise nach körperlicher Aktivität im Alltag weniger ruhig und entspannt, als wenn sie sich nicht bewegten.
Gleichzeitig legten die Analysen offen, dass sich die Zusammenhänge von körperlicher Aktivität und affektivem Wohlbefinden zwischen Personen stark unterscheiden. Während der Großteil der untersuchten Personen eine bessere Stimmung bei körperlicher Aktivität aufwies, zeigten manche eine verringerte Stimmung vor oder nach körperlicher Aktivität. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass gerade Personen mit niedrigem Wohlbefinden besonders stark von körperlicher Aktivität zu profitieren scheinen“, erklärt Projektkoordinator Markus Reichert.
Am konsistentesten waren die Ergebnisse für Energiegeladenheit als Form des affektiven Wohlbefindens: Mehr als 95 Prozent der analysierten Personen fühlten sich vor oder nach körperlicher Aktivität energiegeladener.
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Die Forschenden bezogen Daten von mehr als 8.000 Personen aus 67 Datensätzen weltweit ein. Sie schlossen allerdings nur Studien ein, die die körperliche Aktivität und das affektive Wohlbefinden wiederholt im Alltag der Studienteilnehmenden erfasst haben. Dadurch ergab sich ein Datensatz mit insgesamt mehr als 300.000 Stimmungsabfragen. Das ist die bisher größte und umfassendste Analyse zu Bewegungs-Stimmungszusammenhängen im Alltag, in einem Forschungsfeld das erst seit den 2000er-Jahren existiert. (eb)









