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Wieviel Liter Alkohol verzeiht die Leber?

Bei PISA liegt Deutschland im unteren Mittelfeld, beim Alkoholkonsum sind wir überdurchschnittlich. Mit 13 Litern reinem Alkohol trinken wir im Mittel doppelt soviel wie der Rest der Welt.

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Für Spaß und Geselligkeit ist Alkohol nicht notwenig - auch wenn die Werbung anderes suggeriert.

Für Spaß und Geselligkeit ist Alkohol nicht notwenig - auch wenn die Werbung anderes suggeriert.

© Yuri Arcurs / fotolia.com

GENF (hub). Die Zahlen sind erschreckend: Knapp 13 Liter reinen Alkohol trinkt jeder Deutsche ab 15 Jahren pro Jahr. Das ist doppelt so viel wie der weltweite mittlere Prokopfverbrauch. Da sind es nämlich nur gut sechs Liter.

Die deutsche Menge entspricht umgerechnet rund 270 Litern Bier, dem Hauptalkohollieferanten in Deutschland. Denn die Hälfte der 13 Liter Alkohol wird in Form von Bier konsumiert. Zwar liegt Deutschland damit deutlich über dem Mittel, ist jedoch weit entfernt vom traurigen Spitzenwert in Europa.

Der liegt bei 56 Litern reinem Alkohol und wird von Bosnien-Herzegowina gehalten. Umgerechnet sind das 140 Liter 40-prozentiger Schnaps.

Diese Mengen haben Folgen: Mehr als jeder zehnte verstorbene junge Erwachsene hat sich zu Tode gesoffen: In der Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen ist Alkohol für neun Prozent der Todesfälle verantwortlich, heißt es im WHO-Report zur globalen Situation von Alkohol und Gesundheit. Absolut sind das jährlich 320.000 Menschen in dieser Altersgruppe.

Insgesamt führt die WHO jährlich 2,5 Millionen Todesfälle weltweit auf Alkoholkonsum zurück. Das entspreche rund vier Prozent aller weltweiten Todesfälle, so die WHO in dem Report. Die meisten dieser Menschen sterben durch alkoholbedingte Unfälle, aber auch an Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Leberzirrhose.

Dabei gibt es deutliche Unterschiede bei den Geschlechtern. Führt die WHO 6,2 Prozent der Todesfälle bei Männern auf Alkohol zurück, sind es bei Frauen nur 1,1 Prozent. In Russland und den Nachbarländern stirbt sogar jeder fünfte Mann an den Folgen des Alkoholkonsums.

Im Mai 2010 haben die WHO-Mitgliedstaaten eine Strategie gebilligt, gesundheitsgefährdenden Alkoholkonsum zu bekämpfen. Dazu gehört eine Besteuerung, die den Zugang zu Alkohol erschwert. Außerdem soll die Zahl möglicher Verkaufsstellen deutlich reduziert werden. Nicht zuletzt steht die Regulation oder ein Verbot der Alkoholwerbung auf der Agenda.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Alkohol ist der Sanitäter in der Not

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