Magen-Darmkrankheiten

Wochenlang wässrige Diarrhö - das deutet auf mikroskopische Kolitis

Veröffentlicht: 02.04.2008, 05:00 Uhr
Wochenlang wässrige Diarrhö - das deutet auf mikroskopische Kolitis

Koloskopie bei einem Patienten. Bei mikroskopischer Kolitis ist der endoskopische Befund unauffällig.

© Foto: Klaro

WIESBADEN (mal). Gerade bei älteren Frauen sind mikroskopische Kolitiden ein häufiges Problem, sagt Professor Wolfgang Kruis aus Köln. Eine Therapie mit Budesonid kann Betroffene innerhalb weniger Tage von den vorherrschenden, lästigen Symptomen dieser Kolitis-Form - den häufigen wässrigen Diarrhöen - befreien.

An einer mikroskopischen Kolitis erkranken pro Jahr etwa 10 von 100 000 Menschen neu. Besonders betroffen sind ältere Frauen, wie Kruis bei einer Veranstaltung der Falk Foundation im Vorfeld des Internisten-Kongresses berichtet hat. Nach einer neuen kanadischen Studie beträgt die Inzidenz bei über 65-jährigen Frauen immerhin 50 pro 100 000.

Der Verdacht auf eine mikroskopische Kolitis sollte dann geäußert werden, wenn Patienten eine länger als vier Wochen bestehende wässrige Diarrhoe haben, so der Gastroenterloge vom Evangelischen Krankenhaus Kalk in Köln. Die Patienten seien durch die Diarrhöen in ihren sozialen Aktivitäten stark beeinträchtigt. Im Gegensatz zu Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sähen Patienten mit mikroskopischer Kolitis aber nicht so richtig krank aus und sie behielten meist auch ihr Gewicht. Der endoskopische Befund sei unauffällig. Nur durch Biopsien lasse sich die Verdachtsdiagnose sichern und entscheiden, welche der beiden Formen einer mikroskopischen Kolitis vorliegt: die kollagene oder die lymphozytäre Kolitis.

Therapie der Wahl bei mikroskopischen Kolitiden ist orales Budesonid in der Dosierung von 9 mg täglich. Der gute Effekt bei kollagener Kolitis mit einer Erfolgsrate von über 90 Prozent sei bereits durch mehrere Therapiestudien gesichert, so Kruis. So sei zum Beispiel in einer Studie, in der die Patienten mit Budenofalk® behandelt worden waren, bei einer Kontrolluntersuchung nach zehn Tagen die Stuhlfrequenz bei allen Patienten quasi normal gewesen. "In der Praxis", so Kruis, "ist das am Tag 5 schon so". Mittlerweile gebe es auch schon Daten für Patienten mit lymphozytärer Kolitis aus einer doppelblinden Untersuchung, die die statistische Überlegenheit von Budesonid auch bei dieser Kolitis-Form belegen.

Da bei Patienten mit mikroskopischer Kolitis die Erkrankung variabel und oft intermittierend verlaufe, sei bei erfolgreicher Therapie immer ein Versuch angebracht, die Budesonid-Therapie auszuschleichen, so Kruis.

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