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Toter nach Lassa-Infektion

Wohl keine weiteren Infizierten

An einer Infektion mit dem Lassa-Virus ist ein Patient an der Uniklinik Köln gestorben. Eine Ansteckung von Kontaktpersonen ist allerdings nach Klinikangaben äußerst unwahrscheinlich.

Anne BäurleVon Anne Bäurle Veröffentlicht:
Lassa-Viruspartikel unter dem Elektronenmikroskop.

Lassa-Viruspartikel unter dem Elektronenmikroskop.

© Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin

KÖLN. Nach dem Tod eines am Lassa-Fieber erkrankten Patienten am Uniklinikum Köln halten Experten eine Ansteckung von weiteren Personen für sehr unwahrscheinlich. Der 46 Jahre alte US-amerikanische Staatsbürger war am 25. Februar mit der Diagnose Malaria direkt aus Togo nach Köln überwiesen worden. Er hatte in Westafrika als Krankenpfleger gearbeitet.

Der Zustand des Mannes war nach Klinikangaben zu diesem Zeitpunkt bereits sehr kritisch, nur wenige Stunden nach Einlieferung starb er am 26. Februar.

Togo bislang kein Infektionsgebiet

Erst post mortem hatte das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) in Hamburg am Mittwochnachmittag nach Klinikangaben die Verdachtsdiagnose einer Lassa-Infektion gestellt.

Am Donnerstag bestätigte das Uniklinikum Köln schließlich auf einer Pressekonferenz die Infektion mit dem Lassa-Virus. Die Erkrankung war für das Klinikum Köln überraschend, da der Staat Togo bisher nicht als Infektionsgebiet galt.

Das Gesundheitsamt müsse jetzt erst einmal klären, wie die Reise des Patienten genau verlaufen sei. Eine Infektion von Mitreisenden sei aber unwahrscheinlich.

"Wenn er sich nicht gerade auf den Sitz übergeben oder aus allen Nasenlöchern geblutet hat, dann ist das sehr unwahrscheinlich", wird Professor Jonas Schmidt-Chanasit vom BNITM in einer dpa-Mitteilung zitiert.

45 Personen, mit denen der Patient Kontakt hatte, werden dennoch nun engmaschig beobachtet, darunter 33 Mitarbeiter des Uniklinikums.

Zunächst Malaria-Diagnose

In den ersten Tagen nach einer Infektion mit dem Lassa-Virus ist der Patient für seine Umgebung nicht infektiös, solange es nicht zu Blutungen kommt, so das Robert Koch-Institut (RKI).

Erst im weiteren Verlauf der Infektion kommt es zu einer sehr hohen Virämie, vom 7. bis zum 10. Krankheitstag sind dann neben Blut auch Speichel und Urin infektiös. Eine Virusausscheidung im Urin ist noch drei bis neun Wochen nach Krankheitsbeginn möglich.

Dass der Patient mit der falsch gestellten Diagnose einer Malaria- Infektion in das Klinikum eingeliefert wurde, kann auch an dem unspezifischen Krankheitsbild des Lassa- Fiebers liegen: Denn zu Beginn der Krankheit ist eine klinische Diagnose laut RKI kaum möglich. Die Infektion unterscheide sich nicht von anderen fieberhaften tropischen Infektionskrankheiten wie Malaria.

Die meisten Fälle von Lassa-Infektionen verlaufen zudem subklinisch oder mild bis zur Genesung. Nur in wenigen Fällen entwickelt sich ein lebensbedrohlicher Schock mit Organversagen, Hypovolämie und Anurie. Der Tod trete in diesen Fällen durchschnittlich 12 Tage nach Krankheitsbeginn ein, so das RKI.

Eine Behandlung von Patienten mit Lassa-Fieber ist nur möglich, wenn die Infektion frühzeitig erkannt wird. Im Fall des aus Togo eingeflogenen Patienten sei dies leider schon zu spät gewesen, bedauert Schmidt-Chanasit vom BNITM. (Mitarbeit: iss)

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