Infektionen

Wundauflagen mit Silber schützen vor Bakterien und Pilzen

HAMBURG (nke). Zur Versorgung chronischer Wunden gibt es zwei neue, silberhaltige Wundauflagen mit antiseptischer Wirkung. Die beiden Produkte sind vor allem für infizierte oder infektionsgefährdete Wunden geeignet.

Veröffentlicht: 01.06.2006, 08:00 Uhr

Die in den Wundauflagen enthaltenen Silberionen wirken sowohl antibakteriell - auch gegen mehrfach resistente Keime - als auch fungizid. Damit schaffen sie die Voraussetzungen für den Wundheilungsprozeß.

Die beiden silberhaltigen Wundauflagen Urgotül Silver® und UrgoCell Silver® reduzierten die Bakterienlast in einer Wunde signifikant, sagte Dr. Dorothee Dill-Müller von der Universitäts-Hautklinik Homburg/Saar.

Neu bei diesen Auflagen ist der Silberanteil. Die Auflagen selbst bestehend aus einer Polyestermatrix mit Hydrokolloidpartikeln und Vaseline. Diese haben sich bereits in der lokalen Wundbehandlung bewährt. Die Verbände sind nicht okklusiv und nicht haftend, so daß sie auch bei empfindlicher Wundumgebung verwendet werden können.

UrgoCell Silver® enthält zusätzlich eine stark absorbierende Schaumstoff-Kompresse und eignet sich daher besonders für stark nässende Wunden, zum Beispiel Unterschenkelgeschwüre bei Durchblutungsstörungen oder Druckgeschwüre.

Die antimikrobielle Wirksamkeit von Silberionen ist schon lange bekannt, erinnerte Dill-Müller bei einer Veranstaltung des Unternehmens Urgo in Hamburg. In-vitro-Studien belegten eine starke, schnelle und anhaltende bakterizide Wirkung der silberhaltigen Auflagen.

Das gelte für ein breites Keimspektrum einschließlich antibiotikaresistenter Bakterien. Vorteilhaft sei außerdem, daß Silberionen auch gegen Candida albicans wirken. Denn auch Candida-Infektionen können bekanntlich die Wundheilung stören. Häufig werde aber nicht danach geschaut.

Die Wirksamkeit und Verträglichkeit der neuen Wundauflagen wurde bei 45 Patienten mit Ulcus cruris venosum oder gemischt arteriell-venösen Ulzera mit Infektionsrisiko in einer offenen klinischen Studie untersucht. Innerhalb von vier Therapiewochen nahm die Wundoberfläche um durchschnittlich 35 Prozent ab, fünf Ulzera (elf Prozent) heilten komplett. Bei keinem Studienteilnehmer entwickelte sich eine Wundinfektion.

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