Prävention

Zähneputzen schützt offenbar das Herz

Mehrmals tägliches Zähneputzen geht mit einem verringerten Risiko für Vorhofflimmern und Herzschwäche einher, berichten Forscher aus Korea.

Veröffentlicht: 02.12.2019, 13:00 Uhr
Zähneputzen schützt offenbar das Herz

Kann Zähne putzen gut für das Herz sein? Eine verringerte Rate von Herzinsuffizienz bei guter Zahnhygiene könnte an weniger Bakterien in den Zahnfleischtaschen liegen.

© evso / stock.adobe.com

Seoul. Schlechte Mundhygiene begünstigt parodontale Infektionen und diese wiederum sind ein unabhängiger Risikofaktor für Atherosklerose und andere Herzerkrankungen. Eine retrospektive Studie mit Registerdaten hat jetzt ergeben: Mehrmals tägliches Zähneputzen geht mit einem verringerten Risiko für Vorhofflimmern und Herzschwäche einher, wie Forscher um Professor Tae-Jin Song vom Mokdong Hospital in Seoul berichten (Euro J Prevent Cardiol. 2019; online 1. Dezember).

Zwölf Prozent weniger Herzinsuffizienz

Die Forscher analysierten Daten von 161.286 Versicherten aus dem „Korean National Health Insurance System“. Die 40- bis 79-jährigen Teilnehmer hatten sich 2003/04 einer Routineuntersuchung unterzogen und damals keine Herzerkrankungen gehabt. Binnen im Median 10,5 Jahren entwickelten 4911 (3 Prozent) Vorhofflimmern und 7971 (4,9 Prozent) eine Herzinsuffizienz.

Mindestens dreimal täglich Zähneputzen war im Vergleich assoziiert mit einer um zehn Prozent geringeren Rate an Vorhofflimmern und einer um zwölf Prozent geringeren Rate an Herzinsuffizienz. Die Reduktion war unabhängig von Alter, Geschlecht, Sozialstatus, Bewegung, BMI und Komorbiditäten wie Hypertonie.

Die Forscher vermuten, dass Putzen den Bakterienfilm in Zahnfleischtaschen reduziert und damit den Übergang von Keimen ins Blut mit nachfolgender Inflammation erschwert. „Eine Kausalität ist in der Beobachtungsstudie nicht zu belegen“, räumt Studienautor Song ein. Die Studie habe aber aufgrund der Größe und der langen Beobachtungszeit durchaus Gewicht.

Plädoyer für Interventionsstudien

„Es ist sicher zu früh, um Zähneputzen zur Prävention von Vorhofflimmern und Herzschwäche zu empfehlen“, schreiben die Public-Health-Experten Dr. Pascal Meyre aus Basel und Dr. David Conen aus Hamilton in Kanada in einem Editorial zur Studie. Es gebe aber immer mehr Evidenz zur Rolle von Inflammation bei Herzerkrankungen. Gegenstrategien sollten daher jetzt in Interventionsstudien untersucht werden. (eis)

Mehr zum Thema

Reha-Klinikkette schlägt Alarm

Personaluntergrenzen sind Brandbeschleuniger

Verdacht auf Lungenembolie

Ist CT wirklich nötig?

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
EBM-Reform in jetziger Form wird abgelehnt

KBV-Vertreterversammlung

EBM-Reform in jetziger Form wird abgelehnt

Erhöhen Pestizide das Hautkrebsrisiko?

Mögliche Gefahr für Landwirte

Erhöhen Pestizide das Hautkrebsrisiko?

Entwarnung für Metformin

BfArM

Entwarnung für Metformin

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden