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Kommentar zur Brustkrebsstudie

Zahlen gegen die Angst

Von Beate Schumacher Veröffentlicht:

Angst gilt als schlechter Ratgeber. In Bezug auf die prophylaktische Mastektomie lässt sich das mit Hilfe der Statistik untermauern. Denn es ist vor allem die Angst vor der Rückkehr der Krebserkrankung, die besonders in den USA immer mehr Patientinnen mit einem Mammakarzinom dazu bewegt, die nicht betroffene Brust ebenfalls abnehmen zu lassen.

Eine jetzt veröffentlichte Modellrechnung zeigt jedoch, dass bei Frauen ohne Familienanamnese und ohne BRCA1- und BRCA2-Mutation der Nutzen dieser Maßnahme wahrscheinlich überschätzt wird. Das durchschnittliche Überleben wird demnach, abhängig vom Alter und Östrogenrezeptor-Status, nur um ein bis sieben Monate verlängert.

Das sind wichtige Zahlen, weil sie die Entscheidung über eine kontralaterale Mastektomie auf eine rationale Basis stellen. Aber es sind eben nur Durchschnittswerte, die den Gewinn an Lebenszeit beziffern. Die einzelne Frau und ihre Lebensqualität lassen sie außer Acht: die Belastung durch die Operation ebenso wie die möglicherweise quälende Angst ohne Operation.

Die Statistik ist bei dieser schwierigen Entscheidung ein unverzichtbarer Ratgeber - aber als alleinige Grundlage reicht sie im Einzelfall nicht aus.

Lesen Sie dazu auch: Krebs: Verlängert prophylaktische Op der zweiten Brust das Leben?

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