Direkt zum Inhaltsbereich

Zahnärzte können etwas für Gefäßschutz tun

FARMINGTON (ob). Wer sich wegen ausgeprägter Parodontitis in zahnärztliche Behandlung begibt, tut nicht nur etwas für den Erhalt seiner Zähne. Auch auf Herz und Gefäße scheint sich eine konsequente Parodontitis-Behandlung günstig auszuwirken.

Veröffentlicht:

Darauf lassen im Fachblatt "New England Journal of Medicine" (256, 2007, 911) publizierte Daten einer Forschergruppe um Dr. Maurizio Tonetti aus Farmington im US-Bundestaat Connecticut schließen. Die Untersucher haben 120 Personen mit schwerer Parodontitis zwei Behandlungsgruppen zugeteilt.

In der Kontrollgruppe erhielten alle Probanden eine professionelle Zahnreinigung mit Entfernung des oberhalb des Zahnfleischrandes gelegenen Zahnbelags. In der zweiten Gruppe ging man wesentliche intensiver vor. Hier gehörten auch die Entfernung aller subgingival gelegenen Zahnplaques mittels Kürretage, eine anschließenden Wurzelglättung sowie das Einbringen eines Antibiotikums in die Zahntaschen zur Behandlung.

Auswirkungen beider Interventionen auf die Gefäßfunktion wurden per sonografischer Messung der endothelabhängigen Vasodilatation überprüft. Unmittelbar nach der Behandlung war die arterielle Gefäßrelaxation als Maß für die Endothelfunktion in der intensiver behandelten Gruppe signifikant schlechter als in der Kontrollgruppe.

Nach drei und sechs Monaten kehrte sich das Bild jedoch um: Zu diesen Zeitpunkten waren es die Probanden mit intensiver Parodontitis-Behandlung, bei denen die endothelvermittelte Vasodilatation im Vergleich stärker ausgeprägt war. Die daran ablesbare Verbesserung der Endothelfunktion korrelierte mit der Reduktion parodontitischer Veränderungen im Zahnhalteapparat.

Nach Ansicht der Autoren stützen diese Befunde epidemiologische Beobachtungen, wonach chronische Entzündungsprozesse im Zahnbereich das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen erhöhen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Risiko einschätzen und Lebensstil ändern

Diabetes und Vorhofflimmern: Das hilft gegen die gefährliche Kombi

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Rauchjahre statt Packungsjahre

Lassen sich die Kriterien fürs Lungenkrebs-Screening vereinfachen?

Lesetipps
Manche Menschen mit Adipositas haben ein vergleichsweise günstiges kardiovaskuläres Risikoprofil: offenbar vor allem diejenigen mit weniger zentraler Fettansammlung. (Symbolbild mit Fotomodell)

© sam richter / stock.adobe.com

Mega-Analyse

BMI ade? Beim kardiovaskulären Risiko kommt es auf das Bauchfett an