Gentechnik

Zelltherapie heilt Stress-Inkontinenz

INNSBRUCK (mut). Durch eine Therapie mit körpereigenen Zellen sind 90 Prozent der Stress-Inkontinenz-Patienten nach einem Jahr noch kontinent. Mit einer konventionellen Operation können zu diesem Zeitpunkt dagegen nur zehn Prozent ihren Harn halten.

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Seit knapp drei Jahren sorgt ein neues Verfahren zur Harninkontinenz-Therapie für Aufsehen: Urologen um Professor Hannes Strasser von der Uni Innsbruck heilten bereits über 200 Stress-Inkontinenz-Patienten durch körpereigene Zellen, die in den Rhabdosphinkter und in die Submukosa der Harnröhre injiziert wurden.

Jetzt haben die österreichischen Urologen das Verfahren in einer Studie mit einer Standard-Op-Methode verglichen, bei der Kollagen in periurethrales Gewebe injiziert wird, um die Harnröhre zu verengen. Ein solches Verfahren ist meist nur kurzfristig erfolgreich, so Strasser. Zwölf Monate nach dem Eingriff waren mit der Zelltherapie noch 38 von 42 Frauen (90 Prozent) kontinent, aber nur 2 von 21 Frauen (10 Prozent) nach Kollagen-Therapie.

Für die Studie hatten die Ärzte 63 Frauen mit einer Sphinkter-Insuffizienz oder Stress-Inkontinenz behandelt. Alle erreichten auf einer Inkontinenz-Skala den maximalen Wert von sechs Punkten. Bei den Frauen mit Zelltherapie entnahmen die Ärzte per Biopsie Muskelgewebe aus den Oberarmen und kultivierten daraus Muskel-Vorläuferzellen (Myoblasten) sowie Bindegewebszellen (Fibroblasten). Die Zellen wurden sieben Wochen später transurethral und unter sonografischer Kontrolle injiziert - die Myoblasten in den Rhabdosphinkter, die Fibroblasten in die Harnröhren-Mukosa.

Nach einem Jahr erreichten die Patienten mit der Zelltherapie im Schnitt fast 0 Punkte auf der Inkontinenz-Skala, nach wie vor sechs Punkte waren es im Schnitt bei der Kollagen-Therapie. Der Rhabdosphinkter war mit der Zelltherapie deutlich gewachsen, auch die Kontraktilität steigerte sich. Dagegen zeigte der Muskel nach der Kollagen-Therapie keine deutlichen Veränderungen (Lancet 369, 2007, 2179).

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