Deutscher Schmerztag

"Zu viel Glauben, zu wenig Wissen"

Der Deutsche Schmerztag rückt die Schlüsselrolle von Hausärzten bei der Versorgung in den Fokus.

Veröffentlicht: 15.03.2017, 08:00 Uhr

BERLIN. "Schmerzmedizin – Praxis und Theorie der Versorgung" – das ist das Leitthema des Deutschen Schmerztags, der vom 23. bis 25. März in Frankfurt am Main stattfindet.

"Die Versorgung von akuten und chronischen Schmerzen findet vor allem im niedergelassenen Bereich statt – also beim Hausarzt, Facharzt und Schmerzmediziner", sagt Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) und Veranstaltungspräsident. Ein zentrales Anliegen der DGS sei es, aktuelles Wissen in die medizinische Versorgung zu transportieren. Deshalb wird beim Schmerztag erstmals ein spezielles Programm für Hausärzte und Schmerzmediziner angeboten. Direkter Kooperationspartner ist der Hessische Hausärzteverband.

Die geplanten Vorträge und Diskussionsrunden stehen unter einem gemeinsamen Motto: "Hausärzteverband und DGS – gemeinsam gegen die Schmerzchronifizierung". Die Themen: Welche Risiken tragen Hausärzte und Schmerzmediziner gemeinsam? Welche Herausforderungen gelten mit Blick auf Zeitmanagement, Ressourcen und Schnittstellen bei der Versorgung der Patienten? Welche Probleme gibt es im Bereich der Pharmakotherapie?

"Der Fortschritt in der schmerzmedizinischen Versorgung erfordert den ständigen Wissenstransfer und einen konstruktiven Dialog zwischen allen Beteiligten", sagt Müller-Schwefe. "Dazu gehören die Versorger-Gruppen, die Kostenträger und nicht zuletzt die politischen Entscheider." Für den Veranstaltungspräsidenten gibt es keinen Zweifel: Beim Thema Schmerztherapie gelte immer noch: "Zu viel Glauben, zu wenig Wissen."

Einer der Highlights des Kongresses wird ein Vortrag des ehemaligen Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion und Vizekanzlers Franz Müntefering zum Thema "Schmerz in einer alternden Gesellschaft" sein. Manfred Müller, Leiter der Luftsicherheitsforschung bei Lufthansa, beschäftigt sich in einem Referat mit dem "Sicherheitsrisiko Mensch".

Die DGS will beim Schmerztag über eine Erweiterung ihres Praxis-Registers informieren. Mit der Online-Dokumentationsplattform. www.mein-schmerz.de können Patienten ihre Schmerzen erfassen, in Berichtsform ausdrucken und beim Arzt vorlegen. Ziel ist es, dem behandelnden Arzt einen schnellen individuellen Überblick zu ermöglichen. Ärzte, die am DGS-Praxis-Register Schmerz teilnehmen, können die Daten online übernehmen. (fuh)

Weitere Informationen:

www.schmerz-und-palliativtag.de/

Mehr zum Thema

„ÄrzteTag“-Podcast

Warum Reden bei der Schmerztherapie von Senioren Gold ist

Schmerztherapie

Probleme mit der Beantragung von Cannabinoiden?

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Plasmaspende als Therapie bei COVID-19?

Studie mit schwer Erkrankten

Plasmaspende als Therapie bei COVID-19?

Was die Corona-Pandemie für Krisenregionen bedeutet

„ÄrzteTag“-Podcast

Was die Corona-Pandemie für Krisenregionen bedeutet

Warum die Krebsrate bei jungen Menschen steigt

Präventionsdefizit

Warum die Krebsrate bei jungen Menschen steigt

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden