Deutscher Schmerztag

"Zu viel Glauben, zu wenig Wissen"

Der Deutsche Schmerztag rückt die Schlüsselrolle von Hausärzten bei der Versorgung in den Fokus.

Veröffentlicht:

BERLIN. "Schmerzmedizin – Praxis und Theorie der Versorgung" – das ist das Leitthema des Deutschen Schmerztags, der vom 23. bis 25. März in Frankfurt am Main stattfindet.

"Die Versorgung von akuten und chronischen Schmerzen findet vor allem im niedergelassenen Bereich statt – also beim Hausarzt, Facharzt und Schmerzmediziner", sagt Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) und Veranstaltungspräsident. Ein zentrales Anliegen der DGS sei es, aktuelles Wissen in die medizinische Versorgung zu transportieren. Deshalb wird beim Schmerztag erstmals ein spezielles Programm für Hausärzte und Schmerzmediziner angeboten. Direkter Kooperationspartner ist der Hessische Hausärzteverband.

Die geplanten Vorträge und Diskussionsrunden stehen unter einem gemeinsamen Motto: "Hausärzteverband und DGS – gemeinsam gegen die Schmerzchronifizierung". Die Themen: Welche Risiken tragen Hausärzte und Schmerzmediziner gemeinsam? Welche Herausforderungen gelten mit Blick auf Zeitmanagement, Ressourcen und Schnittstellen bei der Versorgung der Patienten? Welche Probleme gibt es im Bereich der Pharmakotherapie?

"Der Fortschritt in der schmerzmedizinischen Versorgung erfordert den ständigen Wissenstransfer und einen konstruktiven Dialog zwischen allen Beteiligten", sagt Müller-Schwefe. "Dazu gehören die Versorger-Gruppen, die Kostenträger und nicht zuletzt die politischen Entscheider." Für den Veranstaltungspräsidenten gibt es keinen Zweifel: Beim Thema Schmerztherapie gelte immer noch: "Zu viel Glauben, zu wenig Wissen."

Einer der Highlights des Kongresses wird ein Vortrag des ehemaligen Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion und Vizekanzlers Franz Müntefering zum Thema "Schmerz in einer alternden Gesellschaft" sein. Manfred Müller, Leiter der Luftsicherheitsforschung bei Lufthansa, beschäftigt sich in einem Referat mit dem "Sicherheitsrisiko Mensch".

Die DGS will beim Schmerztag über eine Erweiterung ihres Praxis-Registers informieren. Mit der Online-Dokumentationsplattform. www.mein-schmerz.de können Patienten ihre Schmerzen erfassen, in Berichtsform ausdrucken und beim Arzt vorlegen. Ziel ist es, dem behandelnden Arzt einen schnellen individuellen Überblick zu ermöglichen. Ärzte, die am DGS-Praxis-Register Schmerz teilnehmen, können die Daten online übernehmen. (fuh)

Weitere Informationen:

www.schmerz-und-palliativtag.de/

Mehr zum Thema

Unternehmen

Wirtschaftliche Cannabis-Verordnung mit Stada

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Nicht jeder führt sich den Beipackzettel gerne zu Gemüte. Ist aber doch wichtig zu wissen, wann ein Medikament kontraindiziert ist.

© Dan Race / stock.adobe.com

Unterschiedliche Fachinformationen

Oftmals abweichende Gegenanzeige trotz wirkstoffgleicher Arzneimittel

Die Frustration über die fehleranfällige Digitalisierung hat bei Ärztinnen und Ärzten im vergangenen Jahr zugenommen, zeigt das am Freitag veröffentlichte „Praxisbarometer Digitalisierung“ der KBV.

© baranq / stock.adobe.com

KBV-Praxisbarometer

Ärzte frustriert: Tägliche TI-Probleme in jeder fünften Praxis