Berufspolitik

ABDA: Apotheken sollen am 23. März bundesweit schließen

Vielen Apotheken laufen die Kosten davon. Die Solidargemeinschaft solls richten und sich die Packungsabgabe mehr kosten lassen. Ein „Protesttag“ soll dem Ansinnen Nachdruck verleihen.

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Berlin. Vor der morgigen 1. Lesung der Apothekenreform (ApoVWG) im Bundestag will der Apothekendachverband ABDA ein Zeichen setzen und kündigt einen „bundesweiten Protesttag“ mit Betriebsschließungen für den 23. März (ein Montag) an. Die Landesverbände würden an diesem Tag „dazu aufrufen, die Apotheken geschlossen zu halten“. Zudem seien zentrale Kundgebungen in Berlin, Hannover, München und Düsseldorf geplant.

Auf wie breiter Front die Abgabestellen ausfallen werden, ist ungewiss. Bei einem Pressegespräch am späten Mittwochnachmittag sagte ABDA-Präsident Thomas Preis, angesichts der wirtschaftlichen Nöte seiner Branche gehe er „davon aus, dass alle Apotheken geschlossen haben werden“. Allerdings laufe die Versorgung im Notdienst weiter. Preis hatte kürzlich bereits einen „Frühling der Proteste“ angekündigt.

500 Millionen Euro nicht genutzt

Die Offizinbetreiber beklagen – zunehmend lauter – ausbleibende Honoraranpassungen. In den zurückliegenden 13 Jahren seien, so Preis, „unsere Kosten um 65 Prozent gestiegen – die Vergütung hingegen stagniert“. Gemeint ist die fixe Vergütung von 8,35 Euro je zu GKV-Lasten abgegebener verschreibungspflichtiger Arzneimittelpackung.

Positive Einkommenseffekte hatten die Apotheken allenfalls aus der variablen Marge von 3,0 Prozent (ungedeckelt) auf ihren Einkaufspreis – bedingt durch die kontinuierliche Einführung neuer, hochpreisiger Innovationen. Hinzu kommen fondsgebundene Gelder für pharmazeutische Dienstleistungen, die mangels Leistungserbringung aber überwiegend nicht abgerufen wurden; nach letzten Zahlen sind rund 500 Millionen Euro liegen geblieben. (cw)

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