Zulassungsantrag für Kanalblocker bei MS

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NEU-ISENBURG (eb). Für das Präparat Fampridine wurde jetzt bei der EU-Zulassungsbehörde EMEA die Zulassung zur Verbesserung der Gehfähigkeit von Patienten mit Multipler Sklerose beantragt. Wie das Unternehmen Biogen Idec mitteilt, ist der selektive Kaliumkanalblocker, der oral verabreicht wird, in den USA bereits seit Beginn des Jahres zugelassen und wird dort von Acorda Therapeutics vermarktet. Die Verbesserung der Gehfähigkeit von MS-Patienten unter Fampridine sei in zwei Phase-III-Studien nachgewiesen worden. Die europäische Zulassung erwartet Biogen Idec im kommenden Jahr.

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Freya Matthiessen 06.04.201015:16 Uhr

Kanalblocker bei LEMS europaweit zugelassen!! Freya Matthiessen


Worauf Menschen mit dem Lambert-Eaton-Myasthenischen-Syndrom (LEMS) seit der Erstbeschreibung dieser autoimmun bedingten neuromuskulären Übertragungsstörung, zu 50% bis 60% paraneoplastisch vorwiegend mit SCLC – auftretend, seit rund 50 Jahren gehofft haben, ist jetzt verwirklicht:

Die Europäische Arzneimittel Agentur hat im Dezember 2009 FIRDAPSE™ der Firma BioMarin Pharmaceutcals Ltd. zur symptomatischen Behandlung der Muskelschwäche beim Lambert-Eaton-Myasthenischen Syndrom europaweit zugelassen.

Firdapse™ wird in diesen Tagen auf dem Markt verfügbar sein:
Packungsgröße: 100 x 1 Tablette 10 mg, eingeschweißt (Blister Alu/PVC/PVDC)

Wirkstoff in der Tablette ist der bei LEMS bewährte Kaliumkanalblocker Amifampridin, chemische Bezeichnung 3,4-Diaminopyridin/e (3,4-DAP).

Unter der Therapie mit dem Kaliumkanalblocker Fampridin, Chemische Bezeichnung 4-Aminopyridin, traten bei Patienten mit LEMS, anders als bei MS, häufiger und teilweise schwerere UAW auf.

Vorsicht: Bis in das Jahr 2010 hinein waren andere Handelsnamen für dasselbe Medikament vorgesehen und veröffentlicht worden (Ein Verlag ist trotz Korrektur-Hinweis bisher leider bei „Zenas“ geblieben).

Im Internet verbreitete sich der Name „Zenas“ wie eine sonst gewöhnlich von Mund zu Mund übertragbare Infektion. Lange Zeit schien niemand sich zu erinnern (oder ist die Patientensicherheit nicht so wichtig?), dass dieser Name schon mal für den Cholesterinsenker ZENAS® (LIPOBAY®) vergeben worden war (2001 vom Markt genommen).

Wichtig auch für die Kostenübernahme durch Krankenversicherungen:
Amifampridin ist seit Januar 2008 der Verschreibungspflicht unterstellt worden.

Freya Matthiessen
PF 2229, 37012 Göttingen
freya-matthiessen-@ -t-online.de
www.lambert-eaton-syndrom.info
www.lems-mg.de

Quelle mit detaillierten Informationen:

1) Gutachten der Europäische Arzneimittelagentur - European Medicines Agency (EMA, früher: EMEA –

EMA/COMP/2732/2002 Rev.3 Committee for Orphan Medicinal Products

“Lambert-Eaton myasthenic syndrome is characterised by weakness of the muscles. The weakness can be so severe that it becomes difficult to climb the stairs, or even walk. The disease is chronically debilitating, and life-threatening. In some patients the disease occurs in the presence of cancer, often a cancer of the lung.”

(2) http://www.ema.europa.eu/humandocs/PDFs/EPAR/firdapse/emea-combined-h1032de.pdf

(3) http://www.ema.europa.eu/humandocs/PDFs/EPAR/firdapse/H-1032-de1.pdf

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