Der Organspende-Skandal ist für die Transplantationsmedizin ein Desaster. Für die Zukunft muss gelten: null Toleranz, findet Nicola Siegmund-Schultze. Sie fordert ein Kontrollnetz mit klaren Kompetenzen und teilweise mehr Beteiligung des Staates.
In allen Transplantationszentren in Bayern gilt ab sofort das Sechs-Augen-Prinzip: Vor einer Organtransplantation sollen künftig Ärzte aus drei verschiedenen Fachrichtungen die notwendigen Papiere unterschreiben.
Die Siemens-Betriebskrankenkasse will die Ausgabe von Organspendeausweisen an ihre Versicherten aussetzen. Die aktuelle Diskussion über die Transplantationsmedizin und Verfehlungen einzelner Ärzte hätte für Verunsicherung gesorgt.
Die Fachgesellschaft der Herzchirurgen hat an die Öffentlichkeit appelliert, bei der Debatte um das Fehlverhalten einzelner Beteiligter bei einer Organtransplantation nicht die Not der Patienten zu vergessen, die auf ein neues Organ warten.
Die Transplantationsaffäre in Deutschland beunruhigt Schwerkranke, die auf ein Spenderorgan warten. Wer in der Hoffnung auf ein lebensrettendes Organ in der Klinik liegt, braucht vor allem das Vertrauen darauf, dass alles mit rechten Dingen zugeht.
Privatpatienten werden bei der Zuteilung von Spenderorganen nicht besser behandelt als gesetzlich Versicherte. Dies geht aus der Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Politikerin Maria Klein-Schmeinck hervor.
Verstoß gegen Organspenderegeln am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE): Ärzte haben eine Leber geteilt, und sie zwei Patienten eingepflanzt. Eine Hälfte hätte aber an die Stiftung Eurotransplant gehen müssen. Das UKE spricht von einer Kommunikationspanne.
Er hat Tradition: der Tag der offenen Tür in den Ministerien. Der Gesundheitsminister war zwar nicht da, dennoch gab's viele Einblicke und wohl auch viele Einsichten.