Transplantation

Aufregung um falsch verteilte Leber am UKE

Verstoß gegen Organspenderegeln am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE): Ärzte haben eine Leber geteilt, und sie zwei Patienten eingepflanzt. Eine Hälfte hätte aber an die Stiftung Eurotransplant gehen müssen. Das UKE spricht von einer Kommunikationspanne.

Veröffentlicht: 15.08.2012, 15:20 Uhr
Aufregung um falsch verteilte Leber am UKE

Aus eins mach zwei: das ist bei gespendeten Lebern möglich und bei Leberlebendspenden üblich.

© Springer Verlag GmbH

HAMBURG (dpa). Im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) in Hamburg hat es 2009 einen Verstoß gegen die Organspenderegeln gegeben. Dabei geht es um eine Leber, die von den Ärzten geteilt wurde, um sie zwei Patienten einpflanzen zu können.

Der Fall liegt bereits mehrere Jahre zurück, war aber jetzt durch einen Bericht der «taz» (Mittwochsausgabe) bekannt geworden. Das UKE spricht von einer Kommunikationspanne.

Der Fall steht nicht im Zusammenhang mit dem Transplantations-Skandal an den Universitätskliniken Regensburg und Göttingen.

Fall aus dem Jahr 2009

Bei Lebertransplantationen ist es üblich das Organ zu teilen, wofür es unterschiedliche Verfahren gibt.

In dem Fall von 2009 wurde ein Teilstück einem Patienten eingepflanzt, die andere Hälfte hätte an die Stiftung Eurotransplant gegeben werden müssen, um dann zentral über die Warteliste vermittelt zu werden. Doch die UKE-Ärzte pflanzten auch das zweite Teilstück einem Patienten ihrer Klinik ein.

Missverständniss zwischen UKE und Eurotransplant

Das UKE sprach am Mittwoch von einem reinen Kommunikationsfehler. Der Arzt damals habe aus der Situation heraus richtig entschieden, die Teilung einer Leber anders zu vollziehen als zunächst geplant.

Diese Information sei Eurotransplant mitgeteilt worden, aber durch Missverständnisse bei dem Telefongespräch dort nicht richtig angekommen. Deshalb habe Eurotransplant die Zustimmung gegeben, auch den zweiten Teil der Leber im UKE zu belassen.

Das habe die Aufarbeitung der Telefonmitschnitte von Eurotransplant ergeben, sagte UKE-Sprecherin Christine Jähn der Nachrichtenagentur dpa. Inzwischen habe es als Konsequenz Änderungen im Kommunikationsverfahren gegeben.

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