Baden-Württemberg

Baden-Württemberg fördert praktische Ausbildung von Pflege-Studierenden

Bei den praktischen Ausbildungsanteilen von Pflegestudierenden gibt es bisher eine Finanzierungslücke. Hier springt künftig Baden-Württemberg mit zwei Millionen Euro ein.

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Pflegeschüler üben das Blutdruckmessen an Mitschülern. Bei Pflegestudierenden erhalten Kliniken oder Heime bei der praktischen Ausbildung keine finanzielle Unterstützung aus dem Ausgleichsfonds.

Pflegeschüler üben das Blutdruckmessen an Mitschülern. Bei Pflegestudierenden erhalten Kliniken oder Heime bei der praktischen Ausbildung keine finanzielle Unterstützung aus dem Ausgleichsfonds.

© picture alliance / Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB | Jens Büttner

Stuttgart. Das Land Baden-Württemberg stellt zwei Millionen Euro bereit, damit Teilnehmer von Pflege-Studiengängen ihre praktische Ausbildung absolvieren können. Das Land stopfe damit eine Lücke, die der Bund in seiner Gesetzgebung gelassen habe, teilte Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) mit.

Für Pflegeazubis in der berufsschulischen Ausbildung erhalten Krankenhäuser, Pflegeheime und ambulante Dienste Geld aus einem Ausgleichsfonds, um damit die Kosten der praktischen Ausbildung vor Ort zu decken. In diesen Topf zahlen insbesondere Kranken- und Pflegekassen ein.

Doch bei der hochschulischen Ausbildung fließt kein Geld aus dem Fonds. Es sei daher kein Wunder, dass Pflegeeinrichtungen zurückhaltend sind, Studierende zur praktischen Ausbildung aufzunehmen, erläuterte Lucha. Er bezeichnete diesen Umstand als „kontraproduktiv“ und als einen „signifikanten Nachteil“ für die akademische Pflege.

Praktische Ausbildung von bis zu 120 Studierenden gesichert

Durch die zwei Millionen Euro könne die praktische Ausbildung von bis zu 120 Pflegestudierenden „vorerst“ finanziell gesichert werden. Die Hochschulen würden nun auf Antrag ein Budget für die rund 2300 Stunden erhalten, die für Studierende als Praxiseinsätze gesetzlich vorgeschrieben sind. Diese Mittel können sie dann an Kliniken, Pflegeeinrichtungen oder ambulante Dienste weiterleiten.

Lucha sprach sich für ein finanzielles Engagement auch des Bundes aus. Gleichlautend forderte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne), die erhoffte Attraktivitätssteigerung des Pflegeberufs durch eine Akademisierung werde nur möglich sein, „wenn bestehende Regelungslücken auf Bundesebene jetzt geschlossen werden“.

Ähnlich wie in der Pflege erschweren auch bei anderen Gesundheitsfachberufen die rechtlichen Rahmenbedingungen die Akademisierung. Erst kürzlich hatte die Landesregierung auf Nachfrage der SPD berichten müssen, wie schleppend sich bei Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden sich die Studierendenzahlen entwickeln.

Studierendenquote: ein Prozent

Im Berichtsjahr 2020/21 kamen in der Ergotherapie auf 418 Berufsschüler im ersten Ausbildungsjahr nur vier Studierende. In der Logopädie beträgt die Studierendenquote sieben Prozent, in der Physiotherapie neun Prozent. Die Perspektiven der bisherigen Modellstudiengänge sind unklar.

Im vergangenen Jahr hatte die große Koalition die seit über einem Jahrzehnt geltende Modellklausel nochmals bis Ende 2024 verlängert. Im Gegensatz zum Pflegeberufegesetz sind die Berufsgesetze der drei Therapeutengruppen zum Teil über 30 Jahre alt und gelten als überholt. (fst)

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