DRG und Investoren in der Kritik

Brandenburg: Kammer warnt vor Kommerzialisierung

Die Kammerdelegierten sehen in den Fallpauschalen und im wachsenden Einfluss von Kapitalgesellschaften ein Grundübel für die Patientenversorgung.

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Potsdam. Brandenburgs Landesärztekammer warnt vor einer wachsenden Kommerzialisierung der Medizin. Dies schaffe immer mehr Probleme für die Versorgung von Patientinnen und Patienten. Die Ärzteschaft gerate zunehmend unter Druck, ihr Handeln einer betriebswirtschaftlichen Nutzenoptimierung unterzuordnen, heißt es in einer von der Kammerversammlung beschlossenen Resolution.

Kritik übten die Standesvertreter an der Vergütung der Krankenhäuser nach diagnosebezogenen Fallgruppen (DRG) sowie dem seit Jahren wachsenden Einfluss von Kapitalgesellschaften in Kliniken und ambulanten Einrichtungen. Fallpauschalen setzten in den Krankenhäusern in vielen Fällen Anreize zu einer Über-, Unter- oder Fehlversorgung im Sinne einer Durchschleusungsmedizin.

Unangemessene Gewinnorientierung

Der Einfluss von Kapitalgesellschaften unterwerfe Gesundheitseinrichtungen einer unangemessenen Gewinnorientierung, die das besondere Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient in Frage stelle.

Wie es in der Resolution heißt, seien weitere Folgen unter anderem eine unzureichende Personalausstattung, die zu immer größerer Arbeitsverdichtung führe. Zusätzlich fehle auch die Zeit, die für medizinisch nicht notwendige Dokumentationstätigkeiten aufgewendet werden müsse. (lass)

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